Statt in Bädern wird jetzt in Altenheimen gearbeitet

Leinefelde-Worbis  DLRG-Ortsgruppe Leinefelde-Worbis unterstützt Pflegeheim in Heiligenstadt

Die DLRG-Ortsgruppe Leinefelde-Worbis unterstützt ein Pflegeheim in Heiligenstadt.

Die DLRG-Ortsgruppe Leinefelde-Worbis unterstützt ein Pflegeheim in Heiligenstadt.

Foto: DLRG-Ortsgruppe

Die Corona-Situation im Eichsfeld ist ernst. Über 800 Menschen sind aktuell mit dem Virus infiziert. Dagmar Blacha, die gerade bei der Ortsgruppe Leinefelde-Worbis der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ihren Bundesfreiwilligendienst leistet, ist dieser Tage nicht in einem der Bäder im Einsatz, sondern zusammen mit sechs weiteren Mitstreitern in einem Pflegeheim in Heiligenstadt eingesetzt. Sie und die Anderen arbeiten dort im Früh- beziehungsweise Spätdienst, um das Pflegepersonal zu unterstützen.


Die fröhliche junge Mutter, die sich unter anderem auch in der Feuerwehr in Ferna engagiert, hilft beim Austeilen des Essens an die Bewohner, einigen von ihnen reicht sie dieses an. Dagmar Blacha bezieht Betten und desinfiziert sie, misst die Temperatur bei den Senioren und hat für sie ein freundliches Wort in der schwierigen Zeit.


Dass ihre Arbeit wichtig ist, weiß die Eichsfelderin und auch, dass sie dringend gebraucht wird. "Ich arbeite gern mit älteren Menschen und freue mich, dass ich hier helfen und dem Pflegepersonal Arbeit abnehmen kann. In der Pandemiezeit ist noch mehr zu tun. Das kostet Zeit. Und mit den 'neuen Kollegen' ist es ein tolles Miteinander. Die verstehen auch, dass wir keine ausgebildeten Pflegekräfte sind und berücksichtigen das", erzählt sie.


Vorsicht ist natürlich bei der Arbeit und im Alltag geboten. Jeden Tag vor Arbeitsbeginn werden Schnelltests auf das Corona-Virus durchgeführt. FFP2-Masken und Schutzkleidung werden getragen. "Das gibt mehr Sicherheit", meint Dagmar Blacha, die zuvor schon bei einem Einsatz in einem Pflegeheim in Bad Langensalza dabei war.

Anfrage für den Einsatz kam vom Gesundheitsamt


"Eigentlich gehören die Wasserrettung, das Rettungsschwimmen, der Sanitätsdienst oder die Absicherung der Kreisjugendspiele zu unseren Aufgaben. Doch im Moment ist die Situation ja eine andere. Also engagieren wir uns sozial anderweitig, schließlich sind wir eine Hilfsorganisation. In der Corona-Zeit bieten wir beispielsweise auch einen Einkaufsservice an und helfen jetzt in Altenpflegeeinrichtungen aus", erklärt Daniel Kahlert, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Leinefelde-Worbis.


Die Anfrage für den Einsatz in Heiligenstadt kam vom Gesundheitsamt. Daniel Kahlert und seine Mitstreiter mussten nicht überlegen. Und so ging es von Bad Langensalza nahtlos in der Kreisstadt weiter. "Wir haben junge Leute, die nicht zur Risikogruppe gehören, und wer sich in der DLRG engagiert, der hat von Haus aus schon ein Helfersyndrom", meint der Ortsgruppenvorsitzende, der sich gerade erst wieder um neue Schutzkleidung gekümmert hat.


Was die DLRGler außerdem prädestiniert, ist der Fakt, dass sie alle ausgebildete Sanitäter sind. Sie sind nicht unbedarft, was Notsituationen angeht und wissen zudem, wie sie sich schützen können. Empathie ist natürlich auch wichtig. "Die steht bei uns im Vordergrund. Als Rettungsschwimmer sind wir auch für Menschen da, die in Not geraten sind", sagt er. Und doch sei es in einem Pflegeheim noch einmal eine besondere Situation, mit der er und sein Team konfrontiert würden.


Wie die Leinefelde-Worbiser, die ihre Unterstützung gern auch anderen Einrichtungen anbieten, sind auch weitere DLRG-Ortsgruppen aktiv, bringen sich unter anderem bei der Kontaktverfolgung von Infektionsketten oder in Impfzentren ein.