Stich-Wort Eichsfeld: Du bist völlig lost, Digga!

Johanna Braun über die Sprache der Jugend.

Johanna Braun, Redakteurin

Johanna Braun, Redakteurin

Foto: Eckhard Jüngel

Nach einem Jahr Pause wurde wieder das Jugendwort des Jahres gewählt. In diesem Jahr entschied zum ersten Mal keine Jury über den Gewinner, sondern eine Online-Abstimmung. Das Rennen machte das Wort „lost“. Es ist englisch und bedeutet übersetzt: verloren.

Wenn jemand lost ist, dann ist er ahnungslos, unsicher oder unentschlossen. So weit so gut. Mit unter den Top Ten waren unter anderem auch der „Sauftrag“, ein geplantes Besäufnis, „Digga“ oder „Diggah“ für Freund oder Kumpel, „Cringe“, was Fremdscham bedeutet, auch als Adjektiv „cringe“ verwendet werden kann und dann mit unangenehm oder peinlich zu übersetzen ist und mein persönlicher Liebling: Schabernack.

Dieses Wort in der Liste zu finden, überrascht doch ziemlich, ist es doch eher ein altertümliches – aus der Sicht der Jugend betrachtet. Aber vielleicht gibt es ja da mittlerweile einen Trend. Vielleicht ist es so wie in der Mode und irgendwann kommt alles mal wieder in Style.

Erinnern wir uns doch an Schlaghosen, Plateauschuhe oder kribbelbunte Hemden, die heute genauso als „in“ gelten wie in den 1970ern. Wenn das so wäre, könnten wir uns in den kommenden Jahren über Jugendwörter der Jahres wie Firlefanz, Schlingel oder Kokolores freuen. Das wäre doch richtig dufte, oder?