Sturmtief Yulia zaust das Eichsfeld

Eichsfeld.  Die Leitstelle des Landkreises verzeichnet 14 Einsätze. Der Sturm hatte Strommasten umgeknickt und Bäume entwurzelt.

An der Straße zwischen Breitenbach und Steinbach sind am Sonntagabend in der Nähe des Forsthauses Zehnsberg acht große Bäume durch den Sturm Yulia entwurzelt worden und zum Teil auf die Straße gefallen.  Die Straße wurde für den Verkehr gesperrt. 

An der Straße zwischen Breitenbach und Steinbach sind am Sonntagabend in der Nähe des Forsthauses Zehnsberg acht große Bäume durch den Sturm Yulia entwurzelt worden und zum Teil auf die Straße gefallen.  Die Straße wurde für den Verkehr gesperrt. 

Foto: Eckhard Jüngel

Sabine, Uta, Yulia – die drei stürmischen Damen sind in den vergangenen drei Wochen über das Eichsfeld hinweggefegt. Uta aber war im Gegensatz zu Sabine und Yulia nur ein laues Lüftchen. Letztere hat am Sonntag nicht nur zahlreichen Karnevalisten den Spaß verdorben, sondern auch für 14 Einsätze im Landkreis gesorgt.

Den Anfang machte am Sonntag die Feuerwehr in Brehme. Sie ereilte am Mittag der Alarm, dass Wasser über die Hauptstraße läuft. „Es war alles halb so wild“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Patrick Schotte. „Das war auch nicht dem Sturm geschuldet, sondern vielmehr dem starken Niederschlag an der falschen Stelle.“ Ein Einlaufbauwerk im Ort hatte sich mit Laub und Ästen zugesetzt. Anwohner hatten schon den schlimmsten Schaden behoben, und die Feuerwehr übernahm den Rest.

Die Yulia-Haupteinsatzzeit vertagte sich auf den Abend. Um 17.46 Uhr wurden die Großbodunger Kameraden aus dem närrischen Treiben gerufen. Nahe des Ortes lag ein Baum auf der Straße. Sechs Minuten später mussten die Gernröder Feuerwehrleute Bauzäune einfangen, die sich selbstständig gemacht hatten.

Sturm fällt acht alte Douglasienim Zehnsberg-Forst

Etwas mehr zu tun bekamen aber die Kameraden aus Breitenbach, Hundeshagen und Steinbach. Sie wurden gleich zwei Mal wegen umgestürzter Bäume zwischen ihren Orten verständigt. Das erste Mal um 18.06 Uhr, das zweite Mal nur 24 Minuten später.

Noch mehr auf genau dieser Straße zwischen Breitenbach und Steinbach, Bereich Forsthaus Zehnsberg, hat aber der Forst zu tun bekommen. Insgesamt hat Sturm Yulia dort acht Douglasien „umgehauen“. Einige der rund 130 Jahre alten Bäume blockierten die Straße, die deshalb zeitweise gesperrt war. Am Montagmorgen griff der Bauhof Leinefelde-Worbis mit Radladern und Sägen Revierförster Thomas Watterott und den Waldarbeitern von Thüringenforst unter die Arme. Watterott ist sehr dankbar für die schnelle Hilfe. „Eine Top-Zusammenarbeit beim Räumen und Reinigen der Straße“, lobt er.

Die ganz großen Schäden aber seien glücklicherweise ausgeblieben, und niemand sei verletzt worden. Vereinzelt habe es im Revier auch Buchen erwischt, die teils Waldwege blockierten. Um die kümmerten sich die Forstarbeiter, um die Holzabfuhrwege und damit auch Rettungsdienstzufahrten freizubekommen.

Das seien aber normale Schäden. Was Sabine nicht geschafft habe, habe Yulia jetzt vollendet, meint Watterott. „Es müssen ganz schön heftige Böen gewesen sein.“ Selbst Kyrill und Friederike konnten den stolzen Douglasien nichts anhaben, die an der Straße standen. Watterott weiß, dass sie etwa 130 Jahre alt gewesen sind. Im Jahr 1880 habe es in ganz Preußen eine Richtlinie gegeben, dass Douglasien entlang der Forstwege und Schotterstraßen gepflanzt werden sollen. Eigentlich hätten sie noch viele Jahre gehabt. „Aber die Angriffsfläche auf die Bäume ist jetzt größer“, erklärt Watterott, denn 2018 seien bis zu 100 Jahre alte Fichten im Revier umgestürzt. „Den Rest hat sich 2019 der Borkenkäfer geholt.“ Rund sechs Hektar Fichtenbestand seien inzwischen am Zehnsberg durch Sturmschäden und die Käferplage zerstört. Allerdings könne man den Schaden jetzt etwas minimieren. „Douglasien besitzen hochwertiges Holz.“ Verkaufsfähige Maße werde man sicherlich veräußern können.

Strommast bei Burgwaldehängt nur noch an Drähten

Auch im südlichen Eichsfeld gingen am Sonntagabend die Melder. Zwischen Wiesenfeld und dem Abzweig Pfaffschwende lag ein Baum auf der Straße, und auch bei Lehna waren die Einsatzkräfte gefragt, genau wie bei Ershausen. Gefährlicher war es für die Kameraden von Burgwalde und Schachtebich am Rusteberg. Bei

Burgwalde drohte ein Strommast umzustürzen. Er war wie ein Streichholz abgeknickt und wurde nur noch durch die Stromkabel gehalten. Die Kameraden halfen den Teag-Mitarbeitern. Teils war wegen der Arbeiten Burgwalde ohne Strom.

Im Norden des Landkreises waren die Wehren aus Bockelnhagen, Silkerode und Weilrode ebenfalls zwei Mal wegen umgestürzter Bäume im Einsatz. Bei Bodenrode wiederum drohte ein Baum, auf die Straße zu stürzen.

Die Feuerwehr aus Dingelstädt verzeichnet auch zwei Einsätze. Auf der B 247 in Richtung Kallmerode mussten die Kameraden mithilfe der Drehleiter ein großes Verkehrsschild sichern, das von Yulia verdreht worden war. In der Nacht kurz vor 23 Uhr ging es im Stadtgebiet noch einmal zu einem Wohnhaus, bei dem der Wind an der Dachhaut riss und erste Dachziegeln gelöst hatte. Und damit gab das Sturmtief im Eichsfeld Ruhe.