Würdigung zum 90. Geburtstag

Heiligenstadt.  Präsident der Stadt Kędzierzyn-Koźle gratuliert Josef Gröger aus Heiligenstadt. Feierlichkeiten abgesagt.

Josef Gröger mit seinem Buch "Flucht und Wiederkehr".

Josef Gröger mit seinem Buch "Flucht und Wiederkehr".

Foto: Eckhard Jüngel

Eigentlich waren für den 90. Geburtstag von Josef Gröger große Feierlichkeiten der Stadt Kędzierzyn-Koźle in Polen, seiner Heimatstadt, geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der ehemalige Diplom-Handelslehrer aus Heiligenstadt aber nicht reisen. Der Präsident der Stadt, Artur Maruszczak, schickte deshalb ein offizielles Schreiben.

„Ein so langes Leben ist ein Erfahrungsschatz für mehrere Generationen. Ich bin der Überzeugung, dass jeder einzelne davon den vollen Wert Wert genutzt hat und dass Ihre Lebensweisheit es oft ermöglicht hat, die richtigen Lebensentscheidungen zu treffen“, schreibt er und wünscht Gesundheit und inneren Frieden und Freude.

In seiner Freizeit fuhr Josef Gröger immer wieder mit seiner Partnerin in seine alte Heimat Oberschlesien, um das Kulturgut eines historischen Gebietes zu sichern. Dabei widmete er sich vor allem seiner Heimatstadt Cosel und den dazugehörigen Kirchen. Nicht nur Wissen zu sammeln, sondern auch zu publizieren war dabei sein Ziel. Bald erkannte man auch in Polen seine wertvollen Veröffentlichungen, die stets unter den Aspekt der Aussöhnung zwischen Deutschland und Polen standen.

So blieben hohe Auszeichnungen und Ehrungen nicht aus. Dazu zählten unter anderem 2006 die Auszeichnung mit dem Kunstpreis der Vertriebenen des Landesverbandes Thüringen, 2015 die Auszeichnung mit dem Augustin-Weltzel-Preis „Oberschlesischer Tacticus“, 2018 gar das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2019 die Auszeichnung mit der Joseph-von-Eichendorff-Gedenkmedaille der internationalen Eichendorff-Gesellschaft in Lubowitz in Polen.

Immer wieder fand Josef Gröger Objekte, deren historische Bearbeitung nicht nur für ihn von Bedeutung waren. Über 25 Veröffentlichungen in Buchform sowie über 60 Publikationen in angesehenen Fachzeitschriften sind das Ergebnis.

Zu seinem 90. Geburtstag überraschte er die Bewohner seiner Heimatstadt mit einer fast vergessenen Studie über eine heilsame Quelle in Oberschlesien. Auch den Bewohnern seiner zweiten Heimat Heiligenstadt hat er etwas gewidmet. Nämlich einen Beitrag zur Stadt- und Schulgeschichte namens „Zur Geschichte der theoretischen Berufsausbildung in Heiligenstadt von 1829 bis 1995“.