0:0 in Rathenow: FC Rot-Weiß Erfurt mit Remis gut bedient

Rathenow  Fußball-Regionalligist FC Rot-Weiß Erfurt verpasst beim 0:0 in Rathenow den zweiten Saisonsieg.

Rot-Weiß-Angreifer Sinisa Veselinovic (links) unterliegt im Kopfballduell mit Rathenows Emre Turan.

Rot-Weiß-Angreifer Sinisa Veselinovic (links) unterliegt im Kopfballduell mit Rathenows Emre Turan.

Foto: Frank Steinhorst

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Rathenow – das ist noch etwas für Fußball-Romantiker. Eine staubiger Feldweg führt durch einen kleinen Wald zum Stadion Vogelgesang, der Stadionsprecher spielt auch Balljunge, die Zuschauer stehen nur wenige Meter von der Seitenlinie entfernt, Ur-Gestein Ingo Kahlisch sitzt dort seit sage und schreibe dem 1. Juli 1989 auf der Trainerbank und damit schon stolze 30 Jahre, als wäre im Brandenburgischen die Zeit stehen geblieben.

Einen idyllischen Abend aber erlebte der FC Rot-Weiß Erfurt im Regionalliga-Kick bei Optik Rathenow keineswegs. Mit Mühe und Not erkämpften sich die Thüringer ein 0:0 in der Fremde und waren damit gut bedient. Sie verpassten mit diesem Remis im sechsten Saisonspiel den zweiten Sieg und treten als Tabellen-13. vorerst auf der Stelle.

Auch Erfurts Torhüter Lukas Cichos erlebt gerade alles andere als romantische Tage. Nachdem er sich am Montag einen Kreuzbandriss im rechten Knie sowie einen Anrissdes Innenbandes zugezogen hatte, saß er traurig am Spielfeldrand in Rathenow und verfolgte mit einem weißen Verband um das lädierte Gelenk den Auftritt seiner Mannschaft. „Das ist meine erste so schwere Verletzung. Sonst hatte ich nie Probleme mit dem Knie. Ich gehe davon aus, dass ich jetzt mindestens sechs Monate ausfallen werde“, sagte der 23-Jährige, der am kommenden Mittwoch in Erfurt operiert werden soll und vor dem Anpfiff – vergeblich – ein 2:0 für seine Mannschaft tippte.

Optik-Trainer Kahlisch erhielt vor Spiel Silberne Ehrennadel

Optik-Trainer Kahlisch, der angeblich zehn Tassen Kaffee täglich trinkt und seinen Mitar­beitern jeden Morgen zum Frühstück die Brötchen mitbringt, stand derweil schon vor dem Spiel im Rampenlicht. Für seine Verdienste erhielt er vom Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) die Silberne Ehrennadel überreicht. Mehr Geschenke aber wollte Erfurt dem Gastgeber eigentlich nicht gestatten. Bei angenehm warmen 28 Grad und leichtem Wind hatten die 150 mitgereisten Erfurter Fans schon früh den ersten Torjubel auf den Lippen. Aber Velimir Jovanovic stand bei seinem Kopfballtreffer im Abseits (7.).

Der FSV Optik Rathenow, der in der vergangenen Saison nur durch den Rückzug des FC Oberlausitz Neugersdorf die Klasse halten konnte, zeigte sich allerdings davon überhaupt nicht geschockt und war lange Zeit die spielbestimmende Mannschaft. Als sich der nicht immer sicher wirkende RWE-Schlussmann Julian Knoll verschätzte, brannte es zum ersten Mal lichterloh vor dem Erfurter Gehäuse (13.).

Aber auch sonst machte der noch sieglose Gastgeber vor 532 Zuschauern durchaus deutlich, dass er gegen Erfurt endlich den ersten Saisonsieg landen will. Bei den Thüringern fehlte viel zu oft der letzte Zug zum Tor. Einziger Aufreger vor der Halbzeitpause lieferte die 37. Minute, als Morten Rüdiger in den Rathenower Strafraum eingedrungen war, dort zu Fall kam und RWE-Trainer Thomas Brdaric vergeblich einen Elfmeter forderte.

Mit Achtungszeichen in die zweite Hälfte

Dafür startete Erfurt mit einem Achtungszeichen in die zweite Hälfte. Als Lucas Surek mit viel Übersicht von der linken Seite den Ball in den gegnerischen Strafraum flankte, verpasste Jovanovic per Kopf nur haarscharf die Führung (48.). Aber die nächste Schrecksekunde ließ nicht lange auf sich warten, als Kapitän Lukas Novy nur knapp an einem Eigentor vorbeischrammte (56.).

Längst war es ein hitziger Schlagabtausch geworden, bei dem der FC Rot-Weiß nun das Glück bemühen musste, um nicht in Rückstand zu geraden. Der straffe Schuss des gebürtigen Erfurters Marc Langner knallte nämlich an den Pfosten (68.). Wenig später rettete Torhüter Knoll gegen den freistehenden Süleyam Kapan (72.).

In der Schlussphase dominierten nur noch die Spieler von Optik Rathenow, die bissig um jeden Ball kämpften. Längst war es dunkel geworden über dem Stadion Vogelgesang. Aber Erfurt fehlte jeder Geistesblitz, um doch noch jubeln zu können.

Rot-Weiß Erfurt: Knoll – Novy, Adomah (73. Halili), Lela, Surek – Dittrich – Schmitt, Aydemir, Rüdiger (84. Konate Lueken) – Jovanovic, Veselinovic.

Zuschauer: 532

Schiedsrichter: Wessel (Berlin)

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