12.000 junge Christen feiern 2022 ihr Festival in Erfurt

Erfurt  Erreichbarkeit, Messe-Erfahrung und Weltoffenheit sind Argumente für die Thüringer Landeshauptstadt.

Kündigten das Christival 2022 an: Regionalbischof Christian Stawenow, Senior Matthias Rein, Karten Hüttmann (2. Vorsitzender des Christivals), Projektleiter Chris Pahl, Dezernent Alexander Hilge und Messe-Chef Michael Kynast (von links).

Kündigten das Christival 2022 an: Regionalbischof Christian Stawenow, Senior Matthias Rein, Karten Hüttmann (2. Vorsitzender des Christivals), Projektleiter Chris Pahl, Dezernent Alexander Hilge und Messe-Chef Michael Kynast (von links).

Foto: Frank Karmeyer

Mehr als 12.000 junge Christen werden 2022 zum Christival in Thüringen erwartet. Diese Entscheidung des Vorstands der größten christlichen Jugendveranstaltung gab der 1. Vorsitzende, Karsten Hüttmann, gestern auf einer Pressekonferenz im Erfurter Rathaus bekannt. Zuvor waren die Verträge mit dem Veranstaltungsort Messe Erfurt unterzeichnet worden.

Mehr als ein Jahr war nach einem möglichen Veranstaltungsort gesucht worden. Letztlich habe sich Erfurt gegen Münster und Leipzig durchsetzen können als Austragungsort. „Die gute Erreichbarkeit, die Erfahrung der Messe mit christlichen Veranstaltungen und eine große Offenheit der Christen und Kirchen in ihrer Stadt präsent zu sein“, seien die Argumente gewesen, die den Ausschlag für Erfurt gaben, so Hüttmann.

Ausschlaggebend war die zentrale Lage Erfurts

Auch die Nähe der Messe zur Innenstadt sei ausschlaggebend gewesen: „Schließlich wollen wir in der Innenstadt präsent sein und wollen die Begegnung“, sagte Hüttmann. Auch das Zusammenspiel mit den örtlichen Kirchen und christlichen Verbänden sei vorbildlich gewesen.

Das letzte Christival unter dem Motto „Jesus versöhnt“ fand 2016 in Karlsruhe statt. Erfurt wird somit der siebte Veranstaltungsort seit dem ersten Christival 1976 in Essen. Träger sind über 50 Organisationen, Jugendverbände und Kirchen, die gemeinsam alle sechs Jahre die Großveranstaltung organisieren.

Die Veranstalter rechnen mit einem Etat von etwa drei Millionen Euro, die zur einen Hälfte aus Teilnehmerbeiträgen, zur anderen aus Spenden und Zuschüssen zusammenkommen sollen. Mit 40.000 Euro werde sich die Stadt an den Kosten beteiligen, gleichzeitig aber auch 80.000 Euro an Einnahmen erzielen beispielsweise für Platzmieten und Unterkünfte in Schulgebäuden, kündigte der Baubeigeordnete Alexander Hilge für die Stadt Erfurt an. Zum städtischen Anteil habe es ein Votum im Hauptausschuss gegeben.

Ziel des Festivals ist es, junge Christen zwischen 14 und 24 Jahren im christlichen Glauben zu stärken und sie zu ermutigen, diesen in Kirche und Gesellschaft zu leben. Zum Veranstaltungskonzept gehören Gottesdienste, Gesprächsgruppen, Konzerte, Workshops und kreative Angebote, mit denen das Festival auf dem Messegelände auch im Stadtgebiet sichtbar werden soll.

Dezernent Alexander Hilge, der den erkrankten Oberbürgermeister in der Presserunde vertrat, erinnerte an Bonifatius und damit an die christlichen Fundamente, auf denen Erfurt seit 1270 Jahren stehe. „Erfurt ist bekannt als eine weltoffene Stadt, in der die Ökumene gelebt wird“, sagt Hilge. Als Baubeigeordneter und Buga-Verantwortlicher konnte er darauf verweisen, dass der für die Buga 2021 geplante Park- und Caravanplatz an der Messe auch den Besuchern des Christivals im Folgejahr zugute komme.

Regionalbischof Christian Stawenow hofft auf viele ehrenamtliche Helfer für das Festival. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Glauben mehr als ein Happening sein müsse. In seinen Worten schwang auch ein wenig Besorgnis mit, ob – nach den Erfahrungen mit dem letzten Kirchentag – die Aufgabe in Erfurt überhaupt leistbar sei. Für Senior Matthias Rein ist das Christival in Erfurt bestens aufgehoben, nicht zuletzt, weil hier eine besonders bunte und aktive christliche Jugendszene bestehe.

Messe-Chef Michael Kynast verwies auf Erfahrungen des Messeteams mit christlichen Großveranstaltungen. „Das Christival wird viel Arbeit, aber wir freuen uns auf die Herausforderung“, erklärte er.

In Erfurt nehme ab Sommer eine Geschäftsstelle ihre Arbeit zur Vorbereitung des Festivals auf, im Herbst beginnt diese in 20 Arbeitsgruppen mit etwa 200 Ehrenamtlichen.