Apfelstädter Sportplatz bekommt eigenen Brunnen

Die Bohrung wurde bereits gesetzt, geologisches Gutachten wurde erstellt – jetzt fehlt nur noch „Grünes Licht“ vom Landratsamt

Apfelstädts Ortschaftsbürgermeister Rainer Seyring und Domenique Armster vom SV Eintracht, wollen den Rasen wieder zum Sprießen bringen.

Apfelstädts Ortschaftsbürgermeister Rainer Seyring und Domenique Armster vom SV Eintracht, wollen den Rasen wieder zum Sprießen bringen.

Foto: HArtmut Schwarrz

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Die immer länger andauernden Trockenphasen und anonyme Anzeigen wegen der Wasserentnahme aus dem Mühlgraben haben in Apfelstädt dazu geführt, dass dem Wassernotstand auf dem Sportplatz jetzt ein Ende gemacht wird. Ortschaftsbürgermeister Rainer Seyring will klare Verhältnisse schaffen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Sportanlagen nicht irgendwann als Hartplatz enden. Im Gemeinderat wurde vor einem Jahr deshalb beschlossen, einen Brunnen zu bohren.

Und die Zeit eilt. Denn nicht nur der Regen blieb in diesem Jahr aus, auch die Apfelstädt trocknete zeitweise bis auf den Grund aus. Deshalb blieb auch der Mühlgraben wieder trocken – aus dem bisher immer Wasser zur Beregnung des Sportrasens entnommen wurde. Der Platz wurde auf Kies gebaut, verfügt deshalb über keine Reserven auf Grund, ist auf regelmäßige Bewässerung angewiesen.

Der Bürgermeister klagt, dass den Apfelstädtern der Fluss vorenthalten wird, der dem Ort seinen Namen gab – weil das Wasser in Tambach-Dietharz, in der Talsperre, zurückgehalten wird. Die Folgen sind offensichtlich. Die Bereiche des Mühlgrabens, die vor zwei Jahren mit EU- und Landesmitteln naturnah saniert wurden, sind kaum noch erkennbar, vom Wildwuchs überwuchert. Wasser gibt es hier keins mehr -. es wurde in einen Trockenbau investiert.

Dem Sportplatz soll dies erspart bleiben. Er ist ein kleines Zentrum im Ort – und soll es auch bleiben. Er wird fast täglich genutzt, weiß Seyring. Und wird deshalb auch stark belastet. Hier spielen und trainieren regelmäßig vier Männer- und Nachwuchsmannschaften und vom Gymnasium „von Bülow“ wird er für den Sportunterricht genutzt, von der Dorfjugend zum Bolzen. Zuletzt mussten die Punktspiele der Männer bereits auf andere Plätze verlegt werden. Der Platz war unbespielbar geworden.

Gemeinsam mit dem SV Eintracht wurden vor einem Jahr deshalb die Weichen für einen Tiefbrunnen gestellt. Fördermittel und eine Sondergenehmigung wurden beantragt (weil sich der Sportplatz in der Schutzzone III des Trinkwasserschutzgebietes Erfurt-Möbisburg befindet) und ein geologisches Gutachten erstellt. Im Oktober war es dann soweit. Zwischen der Apfelstädt und dem Sportplatz setzte der Emlebener Brunnenbohrbetrieb Hartmut Weigandt dann eine Bohrung. Drei Tage lang wurde gebohrt – bis in eine 50 Meter tief liegende Grundwasserschicht.

Beim anschließenden Probebetrieb wurde danach über zwei Tage ohne Unterbrechung gepumpt. Pro Stunde konnten dabei 2,9 Kubikmeter Wasser gefördert werden – bei einer gleich bleibenden Wassersäule von 35 Metern im Bohrloch. Die Bohrung war ein Erfolg, die Investition hat sich gelohnt. Immerhin hat das Loch etwa 10000 Euro gekostet – ein Drittel der Kisten wurden vom Landratsamt übernommen, zehn Prozent wurde in Eigenleistung erbracht – den Rest begleicht die Gemeinde.

Jetzt liegen die Ergebnisse des Probebetriebes inklusive einer Gesteinsanalyse erneut im Umweltamt des Landratsamtes vor. Und man hofft, dass es nur eine Formalie ist, dass die Genehmigung zur Nutzung der Bohrung kurzfristig erteilt wird. Denn das Bohrloch ist nur ein Baustein der künftigen Bewässerung. Finanziert werden müssen noch eine Pumpanlage nebst Wasserverteilung, ein elektrischer Anschluss nebst Steuerung. Domenique Armster, der das Brunnenobjekt aus der Sicht des Sportvereins betreut, hofft, dass die Anlage ab Mai einsatzfähig ist. Ab dann müsse beregnet werden, um zu retten, was noch zu retten ist.

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