Auf dem Weg zur Gartenstadt – Buga-Vorentwurf wird diskutiert

Erfurt  Über 200 Bürger beteiligen sich am siebten Buga-Dialog mit Hinweisen zur Gestaltung der Nördlichen Gera-Aue

Die Teilnehmer des Buga-Dialoges konnten an vier Gesprächstischen ihre Anmerkungen direkt auf den Entwurf der Parkanlage pinnen. Foto: Franziska Gräfenhan

Die Teilnehmer des Buga-Dialoges konnten an vier Gesprächstischen ihre Anmerkungen direkt auf den Entwurf der Parkanlage pinnen. Foto: Franziska Gräfenhan

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Der Einladung zum siebten Bürgerdialog zur Bundesgartenschau (Buga) 2021 folgten gestern Abend über 200 Bürger. Ab 18 Uhr wurde die Gestaltung der Nördlichen Gera-Aue im Atrium der Stadtwerke diskutiert.

Die Präsentation und anschließende Diskussion des Vorentwurfes zum Nordpark und der Nördlichen Gera-Aue zog vor allem Anwohner der beiden Bereiche an. Viele von ihnen nahmen zum ersten Mal am Buga-Dialog teil.

Den Einstieg in die Diskussion bildete die Vorstellung des aktuellen Planungsstandes durch den Projektleiter und Vorsitzenden der Erfurter Buga-Freunde, Rüdiger Kirsten.

„Es wird in der Gera-Aue ein zusammenhängender Landschaftspark entstehen, der über eine Strecke von 4,5 Kilometern vom Kilianipark bis zum Nordpark reicht“, fasste Kirsten das Ziel der Umgestaltung zusammen.

Bei den geplanten Bauvorhaben werde besonderer Wert auf eine nachhaltige Entwicklung der Stadt gelegt, von der die Landeshauptstadt auch nach den 170 Tagen Buga noch profitieren soll. „Bereits Ende nächsten Jahres werden die ersten Baumaßnahmen beginnen“, erklärte Rüdiger Kirsten. In den vier Planungsgebieten Nordpark, Riethpark Süd, Riethpark Nord und Kilianipark sind verschiedene Bauarbeiten vorgesehen (wir berichteten).

Diese reichen vom Bau eines neuen Festplatzes an der Stelle des alten Heizkraftwerkes über die Umgestaltung der Brücke an der Warschauer Straße bis hin zur Erweiterung des Uferbereiches auf Höhe des Tierheims.

Bolzplatz an Lutherschule könnte Parkplatz weichen

In den anschließenden Diskussionen an vier Gesprächstischen (diese entsprachen den Planungsgebieten) konnten die Teilnehmer ihre Anmerkungen direkt auf die Entwürfe pinnen. Vor allem ein Vorhaben sorgte dabei für Diskussion zwischen Bürgern und Buga-Mitarbeitern: So sieht der Vorentwurf vor, dass der Bolzplatz an der Lu-therschule durch einen Parkplatz ersetzt wird.

„Die Freizeitstätte wird in den Nordpark verlegt, an ihrer Stelle sollen 90 Parkplätze für Anwohner und Buga-Gäste entstehen“, sagte Kirsten.

Viele Bürger, darunter Schüler der Lutherschule, äußerten ihre Bedenken zu diesem Vorhaben. So werde durch die Verlegung des Bolzplatzes vom Schulgelände in den öffentlichen Park das Areal des Schulhofes verkleinert. „Die Kinder hätten dann keine Grünfläche mehr, und die Sportstätte läge außerhalb des Schulgeländes“, hieß es seitens der Bürger.

Außerdem sei der Bolzplatz durch den Schulzaun bisher gut abgesichert, so dass sich auch Grundschüler hier ohne Bedenken aufhalten könnten. Die Buga-Mitarbeiter nahmen diese Einwände auf. Sie wollen nun den Bedarf der Schulhoffläche pro Schüler überprüfen.

Doch nicht nur Anwohner nutzten den Buga-Dialog, um ihre Vorstellungen in die Planung einfließen zu lassen. Auch Vertreter von Vereinen beteiligten sich an der Diskussion. Unter ihnen Peter Weber vom Kneipp-Verein. „Wir würden im Kilianipark gern einen naturbelassenen Kneipplehrpfad schaffen, der die fünf Kneippschen Lehren vereint“, sagte Weber. Außerdem könnte sich der Vereinsvorsitzende eine Märchenwiese mit Wildkräutern in der Parkanlage vorstellen.

Alle Vorschläge der Teilnehmer wurden von den Buga-Verantwortlichen aufgenommen und werden in die weitere Planung des größten Thüringer Landschaftsparks einfließen.

Weitere Ideen können ab heute über das Internetforum auf www.buga2021.de eingebracht werden.

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