So sollen die Ausstellungsgebiete für Buga umgestaltet werden

Erfurt  Die Pläne für die Umgestaltung schreiten voran. Im Umfeld der Kleingartenanlage auf der Ega sollen Ideen für die Schrebergarten-Freunde dauerhaft präsentiert werden.

Vor dem Danakil wachsen klimaresistente Pflanzen in "Klimakreisen".

Vor dem Danakil wachsen klimaresistente Pflanzen in "Klimakreisen".

Foto: Buga GmbH

Zweifel am Zeitplan und Kritik an so manchem Großprojekt haben in der öffentlichen Wahrnehmung einen Schatten auf die Bundesgartenschau 2021 geworfen. Davon will sich die Buga-Chefin Kathrin Weiß aber nicht beirren lassen. In den wesentlichen Punkten ist die Buga auf Erfolgskurs, ist sie überzeugt: Die Buga wird bunt.

"Bei allen Diskussionen um Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit gerät oft in Vergessenheit, dass die Pflanzen den Markenkern der Buga ausmachen", sagt sie. Auch in Befragungen hätten Besucher vergangener Bugas deutlich gemacht, dass Blüten, Farben und Pflanzenvielfalt die wichtigsten Gründe sind, eine Gartenschau zu besuchen. Für diesen Anspruch fühlt sich die Buga GmbH gerüstet.

Der Wegfall des Nordparks als Schau-Fläche hat die Aufgabe zwar nicht leichter gemacht. Doch hat das modifizierte und auf den Petersberg und die Ega konzentrierte Ausstellungskonzept die meisten Themen des Nordparks in die Ega integriert. Die Friedhofskultur hat ihren Standort oberhalb des Lilienbeckens gefunden. Die Schaugärten werden auf der großen Wiese am Haupteingang platziert.

In zehn 100 bis 150 Quadratmeter großen Gärten wollen dort regionale Betriebe des Garten-, Landschafts- und Sportanlagenbaus Inspiration für den heimischen Garten vermitteln. Ob altersgerecht oder schattig, pflegeleicht, kinderfreundlich oder designorientiert - den Schwerpunkten sind keine Grenzen gesetzt.

Die beiden Bereiche sind auf das Buga-Jahr beschränkt. Alles, was sonst noch auf der Ega passiert, ist auf Dauer ausgelegt. Und das ist nicht wenig.

Laut Kathrin Weiß steht zum Beispiel die Revitalisierung des Iris-Gartens bevor. Bei der Sanierung der Anlagen wird auch der Südeingang der Ega wieder nutzbar gemacht.

Im Umfeld der bestehenden Kleingartenanlage sollen Ideen speziell für die Schrebergarten-Freunde dauerhaft präsentiert werden. Dabei führt der Blick auch zurück: Eine Parzelle der Anlage soll genau so wieder hergestellt werden, wie sie zur Iga-Eröffnung 1961 aussah. Die originale Iga-Laube ist noch vorhanden, wird aber restauriert.

Auch der zuletzt verwahrloste Karl-Förster-Garten soll in neuem Glanz erstrahlen, wenn auch zunächst nur im oberen Teil. Die neue Gestaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit den Egapark-Freunden, der Karl-Förster-Stiftung und der Gesellschaft der Staudenfreunde.

Im Rosengarten wird ein neues Konzept umgesetzt. Der Garten an der Wasserachse wird mit besserem Boden ausgestattet und erneuert. Der früher versiegelte Bereich rund um das Danakil-Tropenhaus erhält nicht nur einen "Klimawald" mit Bäumen, die bei Hitze und Trockenheit wachsen. Auch "Klimakreise" mit hitzeresistenten Blumen und Sträuchern sind geplant.

Epochengärten auf dem Plateau des Petersbergs

Der Petersberg bekommt zwei wichtige Ausstellungsbereiche. Auf dem Plateau werden Epochengärten der historischen Bedeutung des Berges gerecht. Ein Landschaftsgarten, ein Barockgarten, ein Renaissancegarten und ein mittelalterlicher Klostergarten nehmen zusammen eine Fläche von 5000 Quadratmetern ein. "Es sind keine Miniaturgärten", sagt Weiß. "Barock ist wirklich barock."

Hinter der Peterskirche wird noch ein kleinerer Rosengarten angepflanzt. Entlang der Defensionskaserne, in der die Hauptgastronomie stattfinden wird, sind Palmen und andere Kübelpflanzen vorgesehen.

Für die große Ausstellung zum Erwerbsgartenbau am Festungsgraben werden gerade die Pflanzpläne erarbeitet. Dabei helfen Experten, etwa vom Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau in Erfurt. Denn die Aufgabe ist kompliziert: Farben und Blühzeiträume müssen so ausgewählt werden, dass die Besucher die ganze Saison über bunt blühende Streifen vorfinden - etwa weiße Schafgarbe neben roten Harzfeuer-Tomaten und gelben Königskerzen.

Die abwechslungsreiche Streifenoptik ist das eine. Inhaltlich sollen alte Sorten präsentiert und eine ausgewogene Mischung aus Kräutern, Gemüse, Zierpflanzen, Färberpflanzen und Trockenblumen gefunden werden. Zudem müssen die Pflanzen mit der Hanglage zurechtkommen.

Gegenüber dem ursprünglichen Konzept ist laut Kathrin Weiß der Anteil des Gemüses reduziert worden. Ob etwa die als "Kohlkopf-Rutschen" vorgestellte Attraktion wirklich noch durch Kohlköpfe führt, wird noch geprüft.

Die vorhandene Streuobstwiese soll hingegen einbezogen werden. Sie dient zugleich als Kulisse für eine Outdoor-Küche.

Alle Willkommensbereiche werden mit buntem Wechselflor ausgestattet. Insgesamt füllt die gärtnerische Ausstellungsfläche 16.200 Quadratmeter. "In der Mehrheit ist das Grün, das bleibt", sagt Kathrin Weiß.

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