Autogramme und Sprüche: Die AfD veranstaltet Familienfest im Erfurter Rieth

Rieth  Die AfD veranstaltet Familienfest im Erfurter Rieth. Polizei sichert mit großem Aufgebot Wahlveranstaltung.

Der Thüringer AfD-Spitzenmann Björn Höcke umringt von Anhängern

Der Thüringer AfD-Spitzenmann Björn Höcke umringt von Anhängern

Foto: Casjen Carl

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Während die SPD mit Minister Wolfgang Tiefensee und Landtagskandidaten auf dem Anger um Aufmerksamkeit wirbt, hat an diesem Samstag die AfD ins Neubaugebiet Rieth eingeladen und will mit einem Familienfest ihre Wähler mobilisieren.

Der stellvertretende Ortsteilbürgermeister und Sprecher der muslimischen Ahmadiyya Gemeinde Thüringens, Suleman Malik, hat zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen. So widmet auch die Polizei dem Rieth an diesem Tag ihre besondere Aufmerksamkeit. An der nahen Kreuzung parken vier Kleintransporter, im Umfeld etliche weitere Fahrzeuge in blau-silber. An allen Zugängen zu dem kleinen Platz unterhalb des großen Wandgemäldes von Erich Enge stehen Beamte.

Laut Polizeischätzungen 150 Interessierte haben es sich an den Biertischgarnituren bequem gemacht. Bier und Bratwurst gibt es auf der einen Seite. Einen Werbestand, wo sich die Kandidaten Corinna Herold und Stefan Möller mit den Leuten unterhalten und ein Stand mit Süßigkeiten komplettieren das Angebot des Familienfestes.

Die Wahlkampfveranstaltung stößt auch auf überregionales Interesse. So interviewen zwei Kamerateams die Besucher der Veranstaltung. Das Duo „Easy Tandem“ spielt ein Lied von Andreas Gabalier und kurz darauf „Joana“ von Roland Kaiser. „Wir lieben ihn für seine Lieder“, sagt der Sänger, wobei Roland Kaiser als entschiedener Kritiker des Rechtspopulismus sein Lied hier wohl eher nicht hören mag.

Björn Höcke kommt wie angekündigt um 15 Uhr. Er wird mit Applaus begrüßt und gibt zunächst Autogramme und stellt sich für Fotos mit seinen Fans in Pose. „Der politischen Korrektheit wird der Krieg erklärt“, sagt der Thüringer AfD-Spitzenmann. Seine Rede wird von ungefähr 30 Gegendemonstranten mit einem Pfeifkonzert begleitet. Auf konkrete Probleme in Plattenbaugebieten wie dem Rieth geht Höcke nicht ein. Stattdessen wendet er sich den Wahlkampf-Themen zu. Da ist zunächst die Energiepolitik. Er redet über Braunkohle und Windkraft und gibt ein Plädoyer für den Dieselmotor ab. Applaus bekommt er von den Bewohnern des Rieths, als er fordert, dass wieder in der Schule die Leistung zählen soll. Politisch zählt er vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel und auch die FDP an. Als ein angetrunkener Mann den rechten Arm gen Himmel streckt, wird er sofort von den Ordnungskräften an die Seite geführt.

Nach abschließenden Angaben der Polizei zeigten zwei Männer einen Hitlergruß und erhielten beide eine Strafanzeige.

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Nach der Rede Björn Höckes folgt eine weitere Autogrammrunde. Danach gehen etliche Besucher nach Hause. Die Podiumsdiskussion mit den Landtagskandidaten findet anschließend nur noch wenige Zuhörer.

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