Bau des neuen Papierwehrs wird verschoben

Erfurt  Ausschreibung des Bauauftrages ohne akzeptable Angebote. SWE Bäder steht zu Sanierung des Dreienbrunnenbads

Das Papiermühlenwehr neben dem Dreienbrunnenbad in einer Aufnahme vom Dezember 2018.

Das Papiermühlenwehr neben dem Dreienbrunnenbad in einer Aufnahme vom Dezember 2018.

Foto: Marco Schmidt

Das exorbitant gestiegene Preisniveau in der Baubranche durchkreuzt die Pläne, das Papierwehr an der Gera und das benachbarte Dreienbrunnenbad gleichzeitig zu sanieren.

„Lediglich zwei Firmen gaben ein Angebot ab“, teilt jetzt das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) mit. „Nach Prüfung der Angebote wurde gemeinsam mit der an der Ausschreibung beteiligten SWE Bäder GmbH entschieden, die Ausschreibung wegen der Unangemessenheit der Angebotspreise aufzuheben.“ Mit klaren Konsequenzen. So erklärt Lutz Baseler für die Behörde: „Somit werden keine Baumaßnahmen am Papierwehr Erfurt bis zum Abschluss der Buga stattfinden.“

In dieser Woche hatte bereits der Baustart erfolgen sollen. Das TLUBN werde nun prüfen, wie es heißt, ob und in welcher Form eine bauliche Umsetzung nach Abschluss der Bundesgartenschau erfolgen kann.

Welche Auswirkungen diese Entwicklung auf die Sanierung des Dreienbrunnenbades hat, ist nicht genau absehbar. So war je eine gemeinsame Ausschreibung der Thüringer Umweltbehörde und des Bäderbetriebes der Stadtwerke erfolgt, weil die Veränderungen in beide Bauten eingreifen. So etwa eine neu zu errichtende Stützmauer, die genau an das Badgelände grenzt.

Aber: „Wir sind nicht abhängig von der Sanierung des Papierwehres“, sagt SWE-Bäder-Geschäftsführer Torsten Schubert und unterstreicht klar: „Wir werden das Dreienbrunnenbad sanieren.“ Was nicht bedeute, dass dieses Vorhaben nicht den Bäderbetrieb voll fordert und die gescheiterte Ausschreibung nicht noch zusätzliche Anstrengungen nötig mache.

Bäderbetrieb kämpft um Geld vom Bund

Zeitdruck entsteht vor allem wegen des eng gestrickten Zeitplans des Bundesprogrammes zur Förderung von Sportstätten, das für die Badsanierung angezapft werden soll. Um an das Geld zu kommen, habe der Betrieb eine lange Liste an Hausaufgaben erhalten. „Wir sind viel weiter als die meisten anderen, die das Programm nutzen wollen“, meint Schubert. Verweist aber auf die zwei Hauptpakete, die der Betrieb abarbeiten müsse: Die kaufmännische Planung und die baufachliche Planung. Im nächsten Jahr würden beide Pakete fest geschnürt vorliegen, gibt sich der Bäder-Chef optimistisch.

Die aufgeschobene Papierwehr-Sanierung sorge nun aber auch dafür, dass hinter dem Baubeginn im Bad ein Fragezeichen steht. Sie sollte ja bereits jetzt begonnen werden und das Dreier in der kommenden Saison geschlossen bleiben. Angesichts des noch laufenden Förderverfahrens bliebe auch noch etwas Zeit, vielleicht doch noch einen gemeinsamen Zeitraum für die Sanierung des Wehrs und des Bades zu finden. Dann könnte es auch sein, dass das Dreienbrunnenbad im kommenden Jahr noch einmal für Badegäste öffnet. Am Ende richte sich der Bäderbetrieb nicht nach dem Landesamt, denn ein Baustart „nach der Buga“, wie es in der Mittelung heißt, könne ja auch 2022 oder später heißen.

Das Hauptproblem bei den geplanten Großprojekten ist die Versorgung der städtischen Ströme mit Gerawasser.

Der Umbau des Papierwehrs soll den Hochwasserschutz für Erfurt auf den inzwischen nötigen Stand bringen und sieht eine Absenkung der Wehrschwelle um rund anderthalb Meter und einen Neubau der Wehranlage einschließlich der Wehrbrücke vor. Auf einer Länge von rund 600 Metern wird die Gera zudem neu profiliert. Die neue Wehranlage bekommt drei jeweils zehn Meter breite Wehrfelder, die einzeln steuerbar sind.

Zugleich wird eine Fischtreppe eingebaut.

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