Berufsfeuerwehr feiert 112-jähriges Jubiläum im Anger 1 in Erfurt

Anja Derowski
| Lesedauer: 2 Minuten
Sebastian Hoberg (l.) und Philipp Weber schlossen im April ihre Ausbildung ab und stehen wie viele Feuerwehrleute in diesen Tagen für Fragen zum Bewerbungsverfahren und zur Feuerwehr zur Verfügung.

Sebastian Hoberg (l.) und Philipp Weber schlossen im April ihre Ausbildung ab und stehen wie viele Feuerwehrleute in diesen Tagen für Fragen zum Bewerbungsverfahren und zur Feuerwehr zur Verfügung.

Foto: Marco Schmidt

Erfurt.  Während der Aktionstage am Anger 1 können Interessierte mit den Kameraden ins Gespräch kommen

Seit knapp zwei Wochen präsentiert sich die Berufsfeuerwehr im Anger 1 mit einer Ausstellung und vor dem Anger 1 mit mehreren Fahrzeugen. Anlass sind 112 Jahre Jahre Berufsfeuerwehr, das Jubiläum, das in diesem Jahr begangen wird. Ein Ziel der insgesamt dreiwöchigen Aktion ist auch das Gewinnen von Nachwuchs. Wie überall fehlt es auch bei der Feuerwehr an Fachkräften. Noch bis 30. August können sich Interessierte bewerben.

Zwei, die ihre Ausbildung erst im April beendet haben, sind Philipp Weber und Sebastian Hoberg. Für den 24-jährigen Philipp Weber stand schon als Kind fest, dass er zur Feuerwehr will. Und weil als Grundlage ein handwerklicher Beruf gefordert wird, lernte er zunächst Zimmermann. „Feuerwehr ist sehr handwerklich“, sagt der Brandmeister. Hinter ihm und seinen jungen Kollegen liegt eine zweijährige Ausbildung, unter anderem mit dem Lehrgang zum Rettungssanitäter, zum Maschinisten, dem Laufbahn-Lehrgang und mit einem Wachabteilungspraktikum.

Insgesamt hatten sich 150 Bewerber gemeldet, 80 kamen ins Auswahlverfahren, ein großer Teil fiel beim Amtsarzt im Test auf die allgemeine Tauglichkeit durch. Hier werden die Bewerber beispielsweise auf ihre Höhentauglichkeit und ihr Lungenvolumen getestet.

Körperliche Fitness ist unabdingbar

Kleiner Rückblick: Vor 20 Jahren gab es mehr als 1500 Bewerber auf zwölf Stellen, nun sind es maximal 150. Mancher scheitert beim Sporttest, einigen fehlt Allgemeinwissen in Physik, Chemie, Mathe. „Körperliche Fitness ist unabdingbar. Schwimmen, tauchen und drei Kilometer am Stück rennen, das fällt vielen schwer“, weiß Feuerwehrsprecher Lars Angler. Die derzeitige Aktion ist daher wichtig, sie ist Werbung in eigener Sache. Ein persönliches Gespräch kann viel bewirken. Schließlich sind auch Kollegen zugegen, die noch in der Ausbildung sind oder erst kürzlich damit fertig wurden – so wie Philipp Weber und Sebastian Hoberg. Wenn sie von ihren Erfahrungen berichten, überzeugt das vielleicht manchen, umzusatteln.

Übrigens, Frauen sind genauso gerngesehen bei der Feuerwehr, sie müssen dieselben sportlichen Anforderungen erfüllen wie Männer.

Noch die kommende Woche ist die „Feuerwehr zum Anfassen“, wie es Sprecher Lars Angler gern sagt, vor Ort, jeweils 10 bis 14 Uhr. Am Montag gibt es Vorträge zu Kindernotfällen, am Dienstag zum Feuerlöscher. Mittwoch und Freitag wird es historisch: „Die Stadt und ihre Feuerwehr im Wandel der Zeit“ heißt der Vortrag des ehemaligen Berufsfeuerwehrmannes Jürgen Jakobi.