Budget für Erfurter Eishockey-Halle wird nicht angetastet

Erfurt  Verwaltung macht einen Rückzieher: Die Mehrkosten der Freibad-Sanierung sollen nun aus der höheren Schlüsselzuweisung beglichen werden

Die kleine Eishalle ist der Trainingsort für 180 Kinder und Jugendliche und die Spielstätte der Profi-Mannschaft „TecArt Black Dragons“ aus der dritten Liga.

Die kleine Eishalle ist der Trainingsort für 180 Kinder und Jugendliche und die Spielstätte der Profi-Mannschaft „TecArt Black Dragons“ aus der dritten Liga.

Foto: Sascha Fromm

Die Sanierung von zwei Erfurter Freibädern kann finanziert werden, ohne auf die Mittel für die Eishockey-Halle zurückgreifen zu müssen. Damit bleibt das mit dem Haushalt beschlossene Budget für die Sanierung und Erweiterung der kleinen Eishalle intakt.

Wie unsere Zeitung erfuhr, will die Stadtverwaltung ihren Antrag zur Finanzierung der Bäder noch einmal ändern. Die Mehrkosten sollen aus Schlüsselzuweisungen des Landes ausgeglichen werden, heißt es neu.

Zuvor sollte die Fehlsumme maßgeblich durch das Eishallen-Budget abgedeckt werden. Der ursprüngliche Antrag zur Bäder-Finanzierung war deshalb an einen Grundsatzbeschluss zur Eishalle gekoppelt. Er besagte, dass die Halle nun doch nicht erweitert und mit dem verbleibenden Restbetrag lediglich der aktuelle Zustand erhalten werden soll.

Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) hatte dem Verein mit den Worten „Darauf könnt Ihr Euch jetzt verlassen!“ die Erweiterung uneingeschränkt versprochen. Der Antrag stieß daher beim Eishockey-Club EHC auf scharfen Protest. Auch in der Stadtpolitik regte sich Widerstand.

Das Dilemma bestand darin, dass zugleich die Finanzierung der Bäder in der Stadtrats-Sitzung am Mittwoch abgesichert werden muss. Nur mit garantierten Eigenmitteln kann die Stadt Mitte September beim Bund die Fördermittel für die Sanierung von Dreienbrunnenbad und Freibad Möbisburg beantragen.

Wie durch ein Wunder zur rechten Zeit hat die Verwaltung nun erfahren, dass die Schlüsselzuweisung des Landes für das nächste Jahr bereinigt rund 13 Millionen Euro höher ausfällt als geplant. „Die Mehreinnahmen können für die Finanzierung des erhöhten Eigenanteils bei der Sanierung der Freibäder eingesetzt werden“, heißt es.

Der Beschluss zur Erweiterung der Eishalle bleibt damit erhalten. Sicher ist die Umsetzung noch nicht: Die Verwaltung hatte mit Blick auf die Erweiterungspläne Mehrkosten sowie statische und brandschutztechnische Risiken angedeutet.

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