Bundesgartenschau in Erfurt könnte wegen Corona erst 2022 stattfinden

Erfurt.  Heißt es in Erfurt bald Buga 22 statt Buga 21? Der Oberbürgermeister schließt das nicht aus, sollte Corona die Bauarbeiten spürbar ausbremsen

Das Klimazonenhaus Danakil auf der Ega wird mit Sicherheit bis 2021 fertig. Die Buga aber findet vielleicht erst 2022 statt.

Das Klimazonenhaus Danakil auf der Ega wird mit Sicherheit bis 2021 fertig. Die Buga aber findet vielleicht erst 2022 statt.

Foto: Marco Schmidt

Die für 2021 geplante Bundesgartenschau (Buga) in Erfurt könnte wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben werden. Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) kündigte an, die Buga-Gesellschaft in Bonn zu kontaktieren „für den Fall, dass sich die aktuelle Situation länger hinzieht“, sagte er. Ziel der Gespräche würde es dann sein zu erörtern, „ob wir die Buga nicht 2022 durchführen“.

Bundesgartenschauen finden alle zwei Jahre und immer in den ungeraden Jahren statt. Das Jahr 2022 wäre zwar ein Bruch mit der Tradition, ist aber nicht durch eine andere Bundesgartenschau belegt.

Ein konkreter Grund für die Verschiebung um ein Jahr könnte sich durch Verzögerungen bei den Baustellen ergeben. „Derzeit liegen wir gut im Rennen“, betonte Bausewein und fügte hinzu, dass der milde Winter ein Aufholen bei leicht verzögerten Baumaßnahmen ermöglicht hätte. „Aber wir könnten an einen Punkt kommen, wo es kritisch wird“, sagte er.

Bereits jetzt würden Baubetriebe von Lieferschwierigkeiten in Bezug auf Baumaterial berichten. Zudem steige der Krankheitsstand. „Das kann schnell zu einer Kettenreaktion führen“, meinte Bausewein.

Auf Nachfrage wollte sich Bausewein nicht genau festlegen, zu welchem Zeitpunkt genau die Reißleine gezogen werden müsste. Dies habe nicht nur mit der Dauer des Ausnahmezustandes zu tun, sondern auch mit der Intensität. Eine Ausgangssperre, die auch in Deutschland nicht mehr ausgeschlossen wird, könnte die Bauarbeiten gänzlich zum Erliegen bringen.

Für die Vorbereitungen zur Bundesgartenschau käme eine Verlegung um ein Jahr vielleicht gar nicht so ungelegen. Zwar liegen die Bauarbeiten im Egapark und in der Nördlichen Geraaue tatsächlich im Plan, zumindest dem Augenschein nach. Doch gelten Projekte vom Petersberg als Sorgenkinder.

Beim Umbau des Kommandantenhauses wurden durch Schwächen im historischen Bestandsgebäude Korrekturen im Bauablauf nötig. Buga-Dezernent Alexander Hilge (SPD) sprach von einer gut zweimonatigen Verzögerung.

Zudem steht der Bastionskronenpfad als Teil eines Petersberg-Rundweges, der als Aushängeschild des barrierefreien Tourismus gepriesen wurde, in den Sternen. Baumfreunde haben Klage gegen die mit dem Bau verbundene Fällung von Bäumen im geschützten „Wäldchen“ angekündigt. Die Befreiung vom Fällverbot durch die Obere Naturschutzbehörde steht noch aus.

Bausewein wollte am Mittwoch das Thema „Buga 22“ nicht überbewerten. „In den nächsten Tagen ist das nicht unser Top-Problem“ sagte er mit Verweis auf die Corona-Krise.