Corona-Ampel schaltet in Erfurt auf Gelb

Erfurt.  An strengeren Regeln zu Maskenpflicht und Veranstaltungen führt in Erfurt wohl kein Weg mehr vorbei. Die Corona-Streifen werden wieder aktiviert.

In der Stadt Erfurt hat sich die Corona-Lage verschärft.

In der Stadt Erfurt hat sich die Corona-Lage verschärft.

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa / Symbolbild

Die Erfurter Corona-Ampel hat am Freitag auf Gelb geschaltet. 19 neue bestätigte Infektionen bis zum Nachmittag ließen die Sieben-Tage-Inzidenz auf 35,98 steigen und damit den ersten kritischen Schwellenwert von 35 überwinden. Eine neue Allgemeinverfügung der Stadt, die den Bürgern strengere Regeln auferlegt, gilt inzwischen als unvermeidbar. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Nach Auskünften aus dem Rathaus soll die Verfügung allerdings nicht vor Mittwoch in Kraft treten. Sie beinhalte, wie bereits zuvor angedeutet, eine Ausweitung der Maskenpflicht auf Freiluft-Bereiche wie Fußgängerzonen oder Haltestellen sowie weitere Teilnehmer-Beschränkungen für private Feiern und öffentliche Veranstaltungen.

Planungssicherheit erhalten Veranstalter dadurch nicht. Denn wie viele Teilnehmer noch erlaubt sein werden, wird laut Rathaus-Sprecher Daniel Baumbach noch geprüft. Zudem sei eine Abstimmung mit dem Land erforderlich, bevor voraussichtlich Anfang kommender Woche die Details bekanntgegeben werden.

Über den Weihnachtsmarkt wird Mitte kommender Woche entschieden

Über das Schicksal des Erfurter Weihnachtsmarktes wird voraussichtlich Mitte kommender Woche entschieden. Dabei geht es auch darum, bis zu welcher Sieben-Tage-Inzidenz die Durchführung noch vertretbar wäre.

Die Grenze zum Risikogebiet würde bei 50 Infizierten pro Woche und 100.000 Einwohner durchschritten. Der am Freitag erreichte Wert von 35 verpflichtet die Gesundheitsbehörden, weitere Schutzmaßnahmen zu prüfen und zu treffen.

Auf die Durchsetzung der strengeren Regeln bereitet sich die Verwaltung bereits vor. So soll durch Umverteilung bei den Ämtern und Abteilungen der Ordnungsdienst aufgestockt werden, um wieder Corona-Streifen durch die Stadt schicken zu können.

Zwei Reiserückkehrer unter den Neuinfizierten

Unter den 19 Neuinfizierten vom Freitag, deren Wohnorte über das Stadtgebiet verteilt sind, sind zwei Reiserückkehrer aus Polen. Überwiegend handele es sich aber um Kontaktpersonen von Erfurtern, die bereits zuvor positiv auf das Virus getestet worden waren.

Nicht in allen Fällen sind die Infektionsherde bekannt. Das war bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr noch anders. Damals konnte zwar ausgerechnet der erste Fall Anfang März nicht zum Ursprung nachverfolgt werden. Bei nahezu allen anderen Fällen handelte es sich jedoch um Reiserückkehrer, Angehörige und Kontaktpersonen. Ein „Super-Spreader“-Ereignis, bei dem sich bei einer Gelegenheit viele Menschen ansteckten, ist aus Erfurt bislang nicht bekannt.

Laut Gesundheitsamt wird in der Stadtverwaltung noch keine externe Hilfe benötigt, um Infektionsketten zu unterbrechen und Kontakte nachzuverfolgen. Durch die Einführung von Schichtdienst und den Ausbau des Wochenenddienstes habe das Amt seine eigenen Kräfte weiter bündeln können, heißt es.

Weiterhin sind aus zwei Erfurter Einrichtungen Corona-Infektionen bekannt. Im Deutschordens-Seniorenhaus sei ein Wohnbereich betroffen. Inzwischen befinden sich nach Verwaltungs-Angaben drei Personen im Krankenhaus, eine Person mehr als am Donnerstag.

Die Zahl der aktiven Infektionen beträgt aktuell 106

Im Kindergarten Vieselbach befinden sich nach dem Positiv-Test einer Mitarbeiterin die Kinder der betroffenen Gruppe und drei weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Quarantäne. Der Kindergarten ist aber weiterhin geöffnet.

Den 19 Neuinfektionen stehen 15 Menschen mit positivem Test gegenüber, die seit Freitag als genesen gelten. Damit gibt es in Erfurt aktuell 106 aktive Infektionen.

Für die nächsten Tage wird aus organisatorischen Gründe mit geringeren Anstiegen der Fallzahlen gerechnet. Die Test-Frequenz und die Übermittlung der Labor-Ergebnisse ist erfahrungsgemäß an Wochenenden gedrosselt. Die Sieben-Tage-Inzidenz könnte daher zumindest vorübergehend auch wieder unter 35 sinken.

Seit Pandemiebeginn im März haben sich 368 Erfurter mit Corona angesteckt. Drei Menschen mit bestätigten Infektionen sind gestorben.