Daheim nur Kuscheltiere

Erfurt  Auch im dritten Heimspiel in der Pro B Süd verlieren die Basketball-Löwen Erfurt. Beim 77:87 gegen Frankfurt mangelt es an Konstanz

Trauriges Maskottchen: Auch der hier abgebildete Robert Merz konnte als Erfurter Topscorer mit 14 Punkten die vierte Niederlage der Basketball-Löwen im fünften Saisonspiel der dritthöchsten Spielklasse nicht verhindern.

Trauriges Maskottchen: Auch der hier abgebildete Robert Merz konnte als Erfurter Topscorer mit 14 Punkten die vierte Niederlage der Basketball-Löwen im fünften Saisonspiel der dritthöchsten Spielklasse nicht verhindern.

Foto: Sascha Fromm

Sie waren zur Halbzeitpause beim 36:36-Patt hin- und hergerissen. Mutter und Vater Pahnke, die Eltern vom Löwen-Regisseur Oliver Pahnke, gefragt, ob es denn für einen Sieg der Erfurter in der Basketball-Liga Pro B Süd gegen die Fraport Skyliners Frankfurt reichen könne. Ganz Mama, gab sie die Hoffnungs-Richtung schon mal vor: „Die schaffen das schon!“

Ihre Löwen schafften es nicht. Beim 77:87 (36:36) bekamen sie wieder einmal die Quittung für das Allzeit-Auf und -Ab innerhalb einer Partie. Dabei versuchten die rund 750 Fans alles, die Löwen auf eine Euphoriewelle zu heben. Sie wollten das Zünglein an der Waage, der gefühlte sechste Mann sein, der auf heimischem Parkett den Unterschied auszumachen vermag.

Mitnichten!

Ihre über weite Strecken handzahmen Löwen, bei denen weiterhin die Leistungsträger Alhassan Barrie und Lucas Wobst verletzungsbedingt passen mussten, bekamen gegen einen weiß Gott nicht übermächtigen Gegner keine Konstanz aufs Spielfeld und liefen fast über die gesamte Partie einem knappen, aber der vielen kleinen, sich summierenden Mängel wegen nicht aufzuholenden Rückstand hinterher.

Zur Pause bestand beim 36:36-Gleichstand durchaus berechtigte Hoffnung, endlich den ersten Heimsieg in dieser Saison einfahren zu können. Da hatten die Löwen den Skyliners nach einem 22:31-Rückstand dank einer urplötzlich extrem aggressiven, hoch konzentrierten Manndeckung in der Defensive förmlich die Luft zum Atmen genommen. Die Folge: erzwungene Ballverluste der bis dato so souverän scheinenden, nun aber wackelnden Gäste.

In der Löwen-Auszeit hatte Trainer Florian Gut seine Jungs lautstark beschworen: „Macht vor allem den Raum innen dicht!“ Die Aufholjagd zum 30:32 krönte Tobias Bode mit einem feinen kurzen Haken, und Jonathan Arnold sorgte mit seinem von Robert Merz glänzend vorbereiteten Dreier für kurzzeitige Ekstase und den pausenfinalen Ausgleich.

Das Himmel-hoch-jauchzend der Fans hielt indes nicht lange an. Denn nun starteten die Gäste einen 12:2-Run. Allen voran ihr 2,01-m-Mann Nigel Pruitt begründete mit zwei Dreiern in Folge die punktuelle Grabesstille in der Riethsporthalle. Der US-Amerikaner war am Ende mit 30 Punkten Topscorer der Partie. Auch diesmal kamen die Löwen dank Lorenz Schiller (zwei Dreier), Oliver Pahnke, Anthony Watkins und Erfurts Topscorer Robert Merz (14 Punkte) wieder auf 57:58 ran.

Eben jener Pruitt machte das Spiel nicht länger mit und schenkte den Löwen erneut einen diesmal richtungsweisenden Dreier ein. Im letzten Viertel beseitigte das die Gäste tragende Trio Pruitt, Jazdeep Singh Bains (16 Punkte) und Cosmo Grühn (13) letzte Zweifel am Ausgang.

Dennoch wollte Florian Gut nur das Positive in sein Bewertungs-Zentrum stellen: „Bei uns haben fünf Spieler zweistellig gepunktet. Auch habe ich wie schon in Gießen eine deutliche Steigerung in der Ballbewegung und damit in der Regieleistung von Oliver Pahnke gesehen.“

Fakt aber ist: Die Löwen haben einen Heimkomplex. Sie können derzeit offenbar zuhause nicht gewinnen. Im Willen, es besonders gut zu machen, scheint ihnen die Lockerheit vor eigener Kulisse zu fehlen.

Routinier und „Mädchen für alles“ Robert Franklin, nach den Gründen für die Niederlage befragt, brachte es auf seine trocken-kurze Art auf den Punkt: „Die Defense, unsere Defense war das Problem!“

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