Der Biber ist in Erfurt wieder zurück

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Zurück in Erfurt: Ein Biber am Geraufer.

Zurück in Erfurt: Ein Biber am Geraufer.

Foto: Michael Kammler

Erfurt.  Nach der Rückkehr des Bibers in Erfurt berieten Experten über den Umgang mit dem selten gewordenen Nager.

Mitte April traf sich eine große Expertenrunde an der Gera in der Geraaue kurz vor Gispersleben und diskutierte über die Ankunft des Bibers. Die untere Naturschutzbehörde im städtischen Umwelt- und Naturschutzamt hatte eingeladen, weil die Spuren des streng geschützten Säugetiers nicht mehr zu übersehen waren und zunehmend Fragen zum Umgang mit dem sehr seltenen Tier aufwarfen. Teilnehmende waren unter anderen der Biberexperte Marcus Orlamünder vom Nabu Thüringen, Wasserbehörden, der Gewässerunterhaltungsverband Gera/Gramme, das Garten- und Friedhofsamt, der Ortsteilbürgermeister Wilfried Kulich (Rieth).

Der Nager galt in Thüringenlange Zeit als ausgestorben

Der Biber war in Thüringen lange Zeit ausgestorben und ist hier erst seit 2007 wieder dauerhaft heimisch. Seitdem verbreitet er sich entlang der Flüsse. An der Gera fehlte er bislang noch weitgehend. Mittlerweile deuten Funde, Fraßspuren und Aktivitäten darauf hin, dass der Biber auch in Erfurt eine neue Heimat gefunden hat. Zuletzt wurde er direkt in der Innenstadt hinter dem Rathaus auf Wanderschaft entdeckt. In der Geraaue fielen vor allem frische Fraßspuren an Bäumen und gefällte und entrindete Stämme auf. Damit die Baumpflanzungen der jüngeren Vergangenheit und die neu gestalteten Flächen der Geraaue keinen größeren Schaden nehmen, war es notwendig, sich über mögliche Schutzmaßnahmen zu verständigen. Eine Umsiedlung des Bibers kommt nicht in Betracht, weil benachbarte Reviere bereits besetzt sind und neue Biber nachkommen würden. Es kommt darauf an, die schützenswerten Bäume zu erhalten und gleichzeitig den Biber in seinem neuen Lebensraum zu begleiten.

Appell von Naturschützern,die Uferbereiche zu meiden

Daher appelliert das Umwelt- und Naturschutzamt, die Uferbereiche der Gewässer vor allem abends und nachts nicht zu betreten, keinen Müll zu hinterlassen und der Natur dort ihre notwendige Ruhe zu lassen. Zukünftig sollen Informationstafeln für den Natur- und Umweltschutz sensibilisieren.