Deutscher Städtetag tagt 2021 in Erfurt

Erfurt  Stadtrat beschließt mehrheitlich Ausrichtung

Der Erfurter Stadtrat beschloss am Mittwoch mehrheitlich, gegen die Stimmen von AfD und Grünen und bei vier Enthaltungen, die 41. Hauptversammlung des Deutschen Städtetages von 26. bis 29. April 2021 in Thüringens Landeshauptstadt auszurichten. Normalerweise würden Städtetage, zu denen mehrere hundert Bürgermeister aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen, nur in Großstädten ab 500.000 Einwohnern stattfinden, so Oberbürgermeister Andreas Bausewein. An vier Tagen sei das eine „unglaubliche mediale Präsenz“ für Erfurt, die aus Werbegesichtspunkten nur gut tun könne.

Die anteiligen Kosten, die auf die Stadt zukommen könnten, liegen bei rund 600.000 Euro. Die Gesamtausgaben werden zu 87 Prozent gefördert. „Im optimalen Fall zahlen wir Null Euro, wenn das Sponsoring gut läuft“, so der OB. In der Kalkulation werden laut Vorlage auch 600.000 Euro aus Einnahmen für Veranstaltungen und einer Sponsorenmesse ausgewiesen.

Grünen-Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich hielt entgegen, dass man diesen Zuschlag angesichts der Haushaltslage und weil die Kosten im Vorfeld nicht absehbar seien, nicht verantworten könne.

Die Ablehnung seiner Fraktion begründete der AfD-Stadtrat Sascha Schlösser damit, dass das Risiko, falls etwas schief gehe, von den Erfurter Bürgern zu tragen sei. Das sei „ein schlechter Scherz“. Ohne Kostenabsicherung werde man dem Vorschlag nicht zustimmen.

Eine Chance zum Auftakt der Bundesgartenschau sieht Sebastian Perdelwitz (Mehrwertstadt). Man solle aber zeitig auf das Städtetagsprogramm mit kritischen Punkten Einfluss nehmen. Ähnlich sieht es Michael Hose (CDU). Erfurt habe die Chance, dort eigene Themen zu platzieren.

Thomas Kemmerich (FDP) verwies auf die riesige Möglichkeit, für Erfurt Werbung zu machen. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass man hier neue Ideen und Fachkräfte brauche. Deswegen könne man den Gästen zeigen, wie lebenswert Erfurt ist.

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