Erfurterinnen wollen in Corona-Zeiten Einkauf für Nachbarn erledigen

Sulzer Siedlung.  Zwei Erfurter Abiturientinnen nutzen die schulfreie Zeit. Sie wollen neben dem Lernen daheim auch für andere da sein.

Alina Gauche (links) und Pauline Spittel sind Schülerin der 12. Klasse und bieten Menschen in der Sulzer Siedlung ihre Hilfe an.

Alina Gauche (links) und Pauline Spittel sind Schülerin der 12. Klasse und bieten Menschen in der Sulzer Siedlung ihre Hilfe an.

Foto: Marco SchmidT

Ganz unkompliziert und unentgeltlich wollen sich die Abiturientinnen Alina Gauche und Pauline Spittel in Corona-Zeiten ans Steuer setzen und mit dem Auto im nächsten Supermarkt Einkäufe für ältere Nachbarn des Erfurter Ortsteils Sulzer Siedlung erledigen. Für Menschen, die das nicht selber wollen oder können. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

„Tolle Sache, findet Ortsteilbürgermeister Peter Stampf (Freie Wähler). „Das sind mal keine Sonntagsreden, sondern zwei Schülerinnen ergreifen die Initiative, um Risikogruppen in der Nachbarschaft zu unterstützen.“ Montag meldeten sich die beiden bei ihm mit ihrem Plan. Dienstag kopierte er den verfassten Wurfzettel. Mittwochabend steckten die Abiturientinnen die Schreiben in die Kästen von älteren Bewohnern in der Sulzer Siedlung. Seit Donnerstag harren sie der Dinge, die da kommen mögen.

Wie kamen sie auf diese Idee zur ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe? „Nach dem Abi wollen wir beide Soziale Arbeit dual studieren“, sagt Alina Gauche. „Da haben wir uns gedacht, wir könnten den Älteren in der Sulzer Siedlung Hilfe anbieten.“ An die 200 Kopien von ihrem Zettelentwurf kopierte Peter Stampf, damit den jungen Frauen weniger Kosten entstehen. Zudem besprach er mit ihnen, wo vielleicht ein Zettel landen muss -- oder auch nicht, weil dort bereits Kinder oder Enkel ein Auge auf die Senioren haben.

Dass die Schülerinnen eine Führerschein haben, erleichtert die guten Taten. Bezahlt wird der Einkauf, wenn der Preis auf Heller und Pfennig feststeht und die Waren samt Kassenzettel an der Wohnungstür landen. Das ist bei der Abrechnung weniger umständlich.

Die beiden freuen sich schon richtig drauf, glauben aber nicht, dass die Aufträge überhand nehmen. „Wir können ja schließlich nicht den ganzen Tag lernen“, sagt Pauline Spittel. „Und das ist doch ein schöner Ausgleich.“ Falls sich gar keiner melde, haben sie es halt angeboten, wichtig sei, das Hilfe bekommt, wer welche braucht.

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