Die Rechnung ohne Gott gemacht

Löbervorstadt  Musical vom Turmbau zu Babel im Familiengottesdienst anlässlich des Thomas-Gemeindefestes

„Babel, Babel, Babel – o wie blamabel“, sangen die Kinder im Familiengottesdienst anlässlich des Gemeindefestes über das gescheiterte Ansinnen der biblischen Babylonier, sich mit Gott auf eine Stufe stellen zu wollen.Foto: Heidrun Lehmann

„Babel, Babel, Babel – o wie blamabel“, sangen die Kinder im Familiengottesdienst anlässlich des Gemeindefestes über das gescheiterte Ansinnen der biblischen Babylonier, sich mit Gott auf eine Stufe stellen zu wollen.Foto: Heidrun Lehmann

Foto: Heidrun Lehmann

Familiengottesdienste anlässlich des traditionellen Gemeindefestes in der evangelischen Thomaskirche im Sommer unterscheiden sich vom sonst üblichen liturgischen Ablauf. Pfarrer Christoph Knoll trat am Sonntag nicht im Talar vor den Altar, sondern in luftiger Kleidung. Er versteht es, bei solchen Anlässen alle kleinen und großen Besucher in das Geschehen einzubeziehen, die schon wussten, dass es um den biblischen Turmbau zu Babel geht.

Daher ergab sich ein kleines Ratespiel um die höchsten Bauwerke in Vergangenheit und Gegenwart wie von selbst. Rund um Eiffel- und Berliner Fernsehturm sowie die Hoteltürme in Dubai überboten sich die Gottesdienstbesucher mit ihren Schätzungen. Wie der Pfarrer wissen ließ, überragten im Altertum die ägyptischen Pyramiden mit rund 126 Metern den Turm zu Babel, dessen Erbauer „nur“ die Höhe von 77 Metern erreichten, worauf hin das Unternehmen zum Scheitern verurteilt war. Gott selbst griff ein, da er den Größenwahn der Menschen nicht länger dulden wollte.

Im Musical „Babel blamabel“ mit Texten von Eugen Eckhart nach der Musik von Andreas Hantke erklangen dazu die Lieder der jüngsten Gemeindeglieder. Etwa nach dem Motto „Wir bauen den höchsten Turm, graben den tiefsten Schacht, erreichen das fernste Ziel, träumen den kühnsten Traum …“, der in harten Sequenzen auf dem Keyboard, gespielt von Andreas Strobelt, aufhorchen ließ.

Pfarrer Christoph Knoll stellte einen Bezug zur Gegenwart her, indem er die Babylonier in den Worten „Babylon first“ mit dem allgegenwärtigen „Amerika first“ verglich.

Wissenswertes um die drei Sprachstämme Indogermanisch, Asiatisch und Afrikanisch, mit denen Gott die Menschheit strafte, fügte Christoph Knoll an. Daraus entwickelten sich sage und schreibe rund 2800 Sprachen auf dem Erdenrund. Unter der musikalischen Leitung von Kantorin Sabine Strobelt erlebten die Gemeindeglieder wieder einmal, mit welcher Begeisterung sich die Jüngsten in die Gottesdienste einbringen.

Mit Spiel und Spaß rund um die Thomaskirche sowie der legendären, auf offenem Feuer zubereiteten Feuersuppe, wofür die Gemeindeglieder selbst sorgten, fanden die Gäste Raum und Zeit für Begegnung und Frohsinn.

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