Ein Dach für die „Engel am Zug“

Erfurt  Der Verein „Ökumenische Bahnhofsmission Erfurt“ plant den Bau eines Pavillons an den Gleisen 3 bis 8 des Erfurter Hauptbahnhofs.

 Jens Walker, ehrenamtlicher Mitarbeiter und Dr. Hubertus Schönemann, 1. Vorsitzender des Vereins „Ökumenische Bahnhofsmission Erfurt" auf dem Erfurter Bahnhof.

 Jens Walker, ehrenamtlicher Mitarbeiter und Dr. Hubertus Schönemann, 1. Vorsitzender des Vereins „Ökumenische Bahnhofsmission Erfurt" auf dem Erfurter Bahnhof.

Foto: Lydia Werner

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Mit einem regelmäßigen mobilen Einsatz haben Freiwillige vor drei Jahren begonnen, am ICE-Knotenpunkt Erfurt, eine Bahnhofsmission aufzubauen. Gemeinsam wollen die Deutsche Bahn mit ihrem Bahnhofsmanagement und der Trägerverein „Ökumenische Bahnhofsmission Erfurt“ jetzt dafür sorgen, dass mit einem Pavillon ein fester Anlaufpunkt an den Gleisen 3 bis 8 entsteht.

40 Quadratmeter groß soll der Pavillon sein, mit einem Begegnungsraum für die Gäste, einem kleinen Büro und einer Mitarbeiter-Toilette. Kosten wird der Pavillon 252.000 Euro, hat eine Machbarkeitsstudie der Bahn ergeben. „Das hört sich sehr viel an, hängt aber damit zusammen, dass es sich von der Statik her um ein Brückenbauwerk handelt“, begründet Hubertus Schönemann, 1. Vorsitzender des Bahnhofsmissions-Vereins. Denn in der Etage darunter befinden sich Geschäfte. Die Finanzierung ist in weiten Teilen klar. „Wir haben 90 Prozent beisammen“, so Schönemann.

Bahn will Planungskosten und jährliche Betriebskosten übernehmen

100.000 Euro hat die Kirchen- und Klosterkammer zugesagt. 40.000 Euro will die Share-Value-Stiftung beisteuern. 2000 Euro kommen von der Pax Bank Stiftung. Zur Summe von 4500 Euro diverser Spende gehören auch 1000 Euro vom Erfurter Spendenparlament.

Da die Bahn die Planungskosten und die jährlichen Betriebskosten übernehmen will, fehlen nur noch 16.500 Euro für den Bau und 10.000 Euro für das Inventar. „Das ist ermutigend“, findet Schönemann, der überzeugt ist, diese Lücke rechtzeitig stopfen zu können. Als Termin für die Einweihung steht November 2021.

Warum überhaupt ein Gebäude, wenn der mobile Dienst gut funktioniert? „Es hat seinen Charme, mit den Teams unterwegs zu sein, aber manchmal wäre es nötig, sich mit jemandem zurückzuziehen“, sagt Hubertus Schönemann.

Zudem befindet sich auf der Deutschlandkarte mit einer Übersicht der Bahnhofsmissionen ziemlich genau in der Mitte ein weißer Fleck: In Thüringen gibt es keine Bahnhofsmission. Dem Eingangstor einer pulsierenden Stadt stünde das Angebot gut zu Gesicht, meint der Vereinsvorsitzende.

Die mobilen ehrenamtlichen Teams haben bislang feste Zeiten, freitags von 14 bis 18 Uhr, während der sie ganz sicher auf dem Bahnhof unterwegs sind. Es wählen aber auch Teams zu anderen Zeiten ihren Dienst, manchmal auch abends oder sogar nachts. Vom 1. September an soll der regelmäßige Dienst zunächst versuchsweise auf sonntags von 13 bis 16 Uhr ausgedehnt werden.

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