Ein kleiner Roboter druckt sich in die Herzen der Schüler

Erfurt  Die Andreas-Gordon-Schule in Erfurt soll zum Innovationszentrum für 3D-Druck im Thüringer Bildungssektor werden

Lea Sophie Barth (18), Jonathan Erik Skopp (18), Sally-Josephine Otto (17), Schulleiter Karsten Pohlemann, Ronny Stertzing (18), Florian Ehrlich (18), Jan-Eric Vockerodt (17) und Maximilian Marktscheffel (17/von links) freuen sich über den neuen 3D-Drucker für die Andreas-Gordon-Schule. Foto: Steffen Högemann

Lea Sophie Barth (18), Jonathan Erik Skopp (18), Sally-Josephine Otto (17), Schulleiter Karsten Pohlemann, Ronny Stertzing (18), Florian Ehrlich (18), Jan-Eric Vockerodt (17) und Maximilian Marktscheffel (17/von links) freuen sich über den neuen 3D-Drucker für die Andreas-Gordon-Schule. Foto: Steffen Högemann

Foto: zgt

Wenn Schulleiter Karsten Pohlemann anfängt, von den Möglichkeiten des 3D- Drucks im Bildungssystem zu erzählen, dann fangen seine Augen an zu leuchten. Jeder Schüler der Andreas-Gordon-Schule soll nach dem Willen von Pohlemann künftig sagen können: „Ich kann 3D-Druck.“ Noch ist es ein Traum, den der Direktor unbedingt verwirklichen will.

Mit einem einfachen Bausatz für einen dreidimensionalen Drucker fing im Oktober 2015 alles an. Die Schüler haben das Gerät eigens zusammengebaut und begeistert an ihrem ersten Druck gearbeitet. Schlüsselanhänger und Einkaufschips mit den Namen der Schüler waren die erste Ausbeute aus dem neuen Drucker.

Von der Programmierung bis zum fertigen Ausdruck sollen die Schüler lernen, wie die neue Technologie funktioniert. Steffen Zöller von der Firma Fabstone und Mario Neugärtner von der Firma Neue Technologie Neugärtner und Partner unterstützten den Direktor dabei. Zusammen wollen sie als Team dem Bildungssektor aufzeigen, was der 3D-Druck leisten kann.

„Als die Schüler sich das erste Mal mit dem Drucker auseinandersetzen durften, hat das einen enormen Schub ausgelöst. Der Lerneffekt war klasse“, sagt Pohlemann, der die Begeisterung der Schüler lobt. Einige seien sogar während der Prüfungsphase freiwillig in die Schule gekommen, um an dem Drucker zu arbeiten. „Mich hat die Technik total überrascht. Das war schon spannend zu sehen, wie der Prozess des Drucks funktioniert“, sagt Sally-Josephine Otto, die bereits den Kurs belegt hat. Jan-Erik Vockerodt steigt in einigen Wochen bei dem neuen Kurs mit ein. „Ich freue mich drauf, mein eigenes gedrucktes Objekt in den Händen zu halten.“

Die 3D-Druck-Technologie sei eine Schlüsseltechnologie, mit der die Schüler sich zukunftsfähig aufstellen. „Der Standort Thüringen muss da am Ball bleiben.“ Pohlmann ist dabei Vorreiter. „Wir sind so etwas wie ein Pilotprojekt. Unsere Partner haben auch schon ein Lehrbuch zusammengestellt, das wir gerade evaluieren. Die Schüler helfen dann dabei, das Buch zu verbessern.“

Auch Schnellkurse und Webinare, Seminare im Internet, will Pohlemann zukünftig mit den Schülern zusammen entwickeln und als Hilfestellung für andere Schüler anbieten. Wenn es nach Pohlemann geht, sollten auch Regelschulen von den Möglichkeiten des 3D-Drucks profitieren. Der Direktor will zukünftig mit dem Ministerium zusammenarbeiten und die 3D-Druck-Technik im Lehrplan etablieren.

Der neuste Stolz der Schule ist der „Dobot Magician“ ein spezieller Druckroboter, der auch Industrieroboter simulieren kann. Erst vor wenigen Tagen hat Pohlemann das Paket mit dem Roboter erhalten und gemeinsam mit den Schülern ausgepackt. Es ist der mittlerweile fünfte 3D-Drucker in der Schule für Elektro- und Informationstechnik. „Dieser Drucker ist schon etwas Besonderes“, sagt der Schulleiter. Die Druckpremiere gibt es allerdings erst zum Tag der offenen Tür am Samstag. Dann können die Besucher die Technik bestaunen und erste Ansätze erlernen. Einen personalisierten Einkaufschip gibt es als Belohnung für den Einsteigerkurs. Neben der Uni Erfurt und der TU Ilmenau präsentieren sich am Samstag auch die Hochschule Schmalkalden und natürlich die Schule sich selbst.

Tag der offenen Tür an der Andreas-Gordon-Schule am Samstag von 9 bis 12 Uhr.