Das sind die Pläne für den „Erfurt“-Schriftzug am Petersberg

Erfurt.  Hollywood? Nein, Zülpich soll zum Vorbild eines Schriftzugs vor der Festungsmauer der Zitadelle Petersberg werden.

E wie Erfurt am Petersberg probehalber aufgestellt. 

E wie Erfurt am Petersberg probehalber aufgestellt. 

Foto: Daniel Baumbach/Stadtverwaltung Erfurt

Weder ein dauerhaftes Beton-Fundament noch weiß-emaillierte Frontplatten wie der Hollywood-Schriftzug auf den Hügeln von Los Angeles soll der „Erfurt“-Schriftzug am Petersberg bekommen. Wohl nur temporär für die Bundesgartenschau 2021 sollen die sechs Buchstaben vor der Bastion Leonhard, nahe dem Panoramaweg und unterhalb der Aussichtsplattform, aufgestellt werden. Ein hölzernes wie schwarzes „E“, vier Meter hoch und zugeschnitten in den Werkstätten des Garten- und Friedhofsamtes, schickte dessen Leiter Sascha Döll am Mittwoch voraus: Für eine Stellprobe, wie am besten „E-r-f-u-r-t“ vom Domplatz aus sichtbar wird.

Schriftzug mit 3-D-Effekt

Aber Gartenamtsleiter Sascha Döll ist ja auch nicht Playboy-Herausgeber Hugh Hefner, der einst den Hollywood-Schriftzug vor dem Verfall rettete. Döll hat andere Vorbilder als die Filmmetropole der USA: Sein Blick geht ins deutlich nähere Zülpich. Der kleine Ort in der Eifel war 2014 Adresse einer Landesgartenschau und wartete mit einem bunt-blühenden Hang vor einer steinernen Aussichtsplattform auf. Solch ein beliebtes Fotomotiv soll für Erfurter und Gäste auch der Hang am Petersberg werden. Da ein Wappen dafür nicht ausreicht, samt Erfurt-Schriftzug mit 3-D-Effekt.

Noch ist offen, wie sich das umsetzen lässt: Im Moment sind die Experten des Erfurter Gartenamtes dabei, die technische und praktische Ausführung auszutüfteln. „Vertikales Grün liegt zurzeit im Trend, stellt die Gärtner aber auch vor Probleme“, sagt Döll, der eine Lösung mit Blumentöpfen präferiert, die selbst schon Farbe vor die Festungsmauer bringen und sich so gut von ihr absetzen könnten. Der Schriftzug wird also bunt, die Buchstaben selbst wohl grau mit rotem Rahmen und alles soll so für die „Blumenstadt Erfurt“ und die Bundesgartenschau werben.

Wechselnde Bepflanzung geplant

Gesucht wird nun noch nach einer Lösung, die verhindert, dass die Blumentöpfe von Nutzern des Panoramawegs geplündert werden und die sechs Lettern nicht bei starkem Wind umfallen. Und damit auch der untere Strich beispielsweise des „E“ sichtbar bleibt und für den Betrachter vom Domplatz aus nicht zum „F“ gerät, ist ein etwa eineinhalb Meter hoher Sockel vorgesehen. „Geplant ist schon jetzt, dass es eine wechselnde Bepflanzung geben soll, um übers Jahr verschiedene Motive zu bieten“, sagt Döll, der den Hang mit Hilfe von Blumenzwiebeln im Buga-Jahr zum Blühen bringen will. Für das gepflanzte Erfurter Rad ist da kein Platz – das soll erst 2022 zurückkehren, kündigt der Gartenamtsleiter an.

Die CDU, die vor zwei Jahren die Idee eines Erfurt-Schriftzuges in den Stadtrat einbrachte, damals aber keine Mehrheit dafür fand, begrüßt die Pläne: „Manche Mühlen mahlen langsam“, sagt CDU-Stadtrat Michael Panse. Damals war von seiner Fraktion ein Kreativwettbewerb vorgeschlagen worden, um eine ansprechende Lösung zu finden. Nun hofft CDU-Stadtrat Michael Panse, dass die jetzt geplante Variante, wenn schon ohne künstlerischen Wettbewerb, wenigstens Rücksicht nimmt auf das Baudenkmal Zitadelle Petersberg.

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