Eine außergewöhnliche Geburtstagsfeier: „45 Jahre Karat“ als Autokonzert

Erfurt.  Sänger Claudius Dreilich eröffnet mit Karat den Reigen der Autokonzerte auf der Erfurter Messe. Wir sprachen mit ihm über die Bandgeschichte, Corona und Ostrock.

Karat-Sänger Claudius Dreilich mit Band bei einem Auftritt im vergangenen Jahr im ausverkauften Nordhäuser Theater.

Karat-Sänger Claudius Dreilich mit Band bei einem Auftritt im vergangenen Jahr im ausverkauften Nordhäuser Theater.

Foto: Christoph Keil

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Karat ist auch im 45. Jahr ihres Bestehens populär. Die Kultband aus dem Osten weiß mit ihren Balladen ebenso zu begeistern wie mit rockigen Tönen. Die Musiker spielen am Mittwoch, 20. Mai, ein Autokonzert auf der Erfurter Messe. Wir sprachen mit dem Sänger Claudius Dreilich.

Haben Sie schon mal ein Autokonzert gegeben?

Nein, das ist auch in unserer Geschichte einmalig. Bisher war so eine Variante ja auch nicht nötig. Aber wir sind froh über diese Möglichkeit, und wir sehen das zugleich als Hilfe für die Künstler nach den Ausfällen in den letzten Monaten an. Die betreffen ja nicht nur uns Musiker, sondern beispielsweise auch die Techniker. Die Corona-Pandemie hat alle überrollt. Man kann sich letztlich nur an die Vorschriften halten und darauf warten, dass die Krise bald vorbei ist.

Haben Sie keine Bange, dass das Konzert am Mittwoch anders als sonst wird?

Natürlich wird die Stimmung eine andere sein, das sonstige Abfeiern so nicht stattfinden. Doch ich bin überzeugt, dass es schön wird. Wir wollten im März eigentlich unsere Tournee „45 Jahre Karat“ starten. Nun feiern wir den Geburtstag eben etwas anders, nicht mit den Fans vor der Bühne, sondern im Auto. Mir als Frontmann ist dabei schon klar, dass es ungewohnt sein wird, zu performen und zu moderieren. Ich bin jedenfalls sehr gespannt. Aber wir haben fleißig geprobt und werden unser komplettes Jubiläums-Programm in Erfurt spielen.

Zu Thüringen besteht ja eine besondere Verbindung.

Allein schon, weil unser Gitarrist Bernd Römer in Erfurt geboren ist. Zudem hatten wir dort fast immer unser Auftaktkonzert der jeweiligen Tournee und sind auch sonst gern in Thüringen unterwegs. Wir haben da viele Mitstreiter, die auch in schwierigen Zeiten stets an uns geglaubt haben.

Der Ostrock ist aber seit Langem wieder sehr gefragt.

Mittlerweile ist die Bezeichnung Ostrock fast zu einem Gütesiegel geworden. Das hängt zum einen mit der Musik zusammen, aber auch mit einem Lebensgefühl. Viele, die noch heute zu unseren Konzerten kommen, sind mit den Liedern groß und älter geworden.

Ihr Vater Herbert Dreilich war der erste Sänger der Gruppe. Sie werden oft mit ihm verglichen. Lust oder Last?

Er hat unheimlich viel geleistet für die Bekanntheit der Band und war auch ein hervorragender Sänger. Und es ist eine schöne Laune der Natur, dass ich eine ähnliche Stimme wie er habe. Ein Zufall, der ein Glücksfall ist. Denn wer weiß, ob sonst die Erfolgsgeschichte der Band auch nach dem Mauerfall so weitergegangen wäre.

Stimmt es, dass Sie diesen verschlafen haben?

Ja, ich war da in Saarbrücken, hatte nach einer Hotelschicht mit einem Kumpel einen getrunken.

Sie werden im September 50. Haben Sie ein Problem damit?

Nein. Es ist nur schade, dass ich den Geburtstag nicht so feiern kann wie gewollt. Aber das passiert dann eben mit 50 plus 1.

Singen Sie den Song „Über sieben Brücken musst du gehn“ eigentlich immer noch gern?

Na klar. Ich finde ihn nach wie vor sehr berührend, und das Publikum ist dann auch sehr emotional. Die ARD hat kürzlich eine Dokumentation über die Entstehung und die Gefühle rund um das Lied gedreht. Da sind bei mir noch mal völlig neue Bilder entstanden. Eine noch größere Herausforderung für mich als Sänger ist allerdings der Song „Albatros“.

Termine und Verlosung

  • Die Autokonzert-Termine auf dem Messegelände Erfurt: Mittwoch, 20. Mai: Karat Donnerstag, 21. Mai: Revolverheld Freitag, 22. Mai: Max Giesinger Samstag, 23. Mai: Heinz-Rudolf Kunze Sonntag, 24. Mai: Radio Doria. Einlass ab 19 Uhr, Beginn 20 Uhr; Tickets gibt es nur im Internet: www.ticketshop-thueringen.de
  • Bei jedem Konzert, das von der Mediengruppe Thüringen organisiert wird, finden etwas mehr als 450 Autos Platz. Diese können mit bis zu zwei Erwachsenen und drei Kindern besetzt werden. Von der Bühne wird der Sound über eine UKW-Frequenz direkt ins Auto übertragen, vier große LED-Leinwände ermöglichen von überall beste Sicht auf die Künstler. Snacks und Getränke können mitgebracht werden. Applaudieren kann man beispielsweise per Lichthupe und Blinker.
  • Gäste der Autokonzerte müssen die Seitenscheiben und Schiebedächer ihrer Fahrzeuge geschlossen halten. Das bestätigte der Abteilungsleiter Messen und Events der Mediengruppe Thüringen, Wieland Kniffka. Natürlich könne man mit einem Cabrio die Konzerte besuchen, allerdings muss das Auto geschlossen bleiben. Daher entfalle die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske im Auto, so Kniffka. Diese muss aufgesetzt werden, wenn Konzertbesucher ihre Fahrzeuge verlassen, um eine Toilette aufzusuchen. Die sanitären Einrichtungen der Messehallen stehen zur Verfügung, bestätigte der Geschäftsführer der Messe Erfurt, Michael Kynast.
  • Für die Autokonzerte verlosen wir jeweils fünf Eintrittskartender Preisgruppe 1 für je zwei Erwachsene oder einen Erwachsenen mit einem eigenen Kind. Zubuchungen sind möglich im Internet unter www.ticketshop-thueringen.de Bitte rufen Sie am Montag an und gewinnen Sie Karten für:
    Karat,
    Telefonnummer: 01378/904451
    Revolverheld,
    Telefonnummer: 01379/904452
    Max Giesinger,
    Telefonnummer: 01378/904453
    Heinz-Rudolf Kunze,
    Telefonnummer: 01378/904454
    Radio Doria,
    Telefonnummer: 01378/904455 (50 Cent pro Anruf aus dem Festnetz, höherer Mobilfunktarif)

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