Engagiert und mit Herz - die Erfurter Journalistin Lydia Werner ist gestorben

Casjen Carl
| Lesedauer: 3 Minuten
Die Journalistin Lydia Werner.

Die Journalistin Lydia Werner.

Foto: Marco Schmidt

Erfurt.  Die Redaktion unserer Zeitung trauert um die langjährige Kollegin Lydia Werner. Nach schwerer Krankheit ist sie in dieser Woche verstorben.

Es ist eine Nachricht, die sofort innehalten lässt. Am Mittwoch erreichte sie die Redaktion. Unsere Kollegin Lydia Werner ist nach Monaten schwerer Krankheit für immer eingeschlafen. Es kann nur ein winziger Trost sein, dass sie nun von ihrem zuletzt schweren Leiden erlöst wurde. Lydia Werner wurde nur 53 Jahre alt.

Lydias Tod reißt große Lücken. Zuerst in ihrer Familie, die für sie alles war. Unsere Gedanken sind und waren die letzte Zeit oft bei ihrem Mann und ihren zwei Söhnen. Auch als Kollegin und Mitstreiterin in der Lokalredaktion Erfurt fehlt sie. Ausgeglichen, freundlich und mit einem Ur-Witz ausgestattet, hielt sie die Mannschaft mit zusammen. Sie vergaß keinen Geburtstag in der Runde - sie holte Kuchen, wenn Nervennahrung nötig war.

Ein Blick für die Geschichten abseits des Scheinwerferlichts

Die journalistische Arbeit war ihr Herzensangelegenheit. Sie deckte dabei ein breites Themenspektrum ab. Oft griff sie Geschichten vom Rande auf und schrieb dazu einfühlsame Texte. Die große Politik war nicht ihrs. In der städtischen kannte sie sich gut aus, aber nicht jeden Stadtrat persönlich – dafür eher Hinz und Kunz. Es brauchte für sie keine Genderdebatte, um das Thema Gleichberechtigung oder Frauenrechte aufzugreifen und ohne Getöse aufs Papier zu bringen.

Lydia kannte ihre Leute in der Stadt – bei Vereinen, der Kirche, in den Ortsteilen. Sie war verlässliche und geschätzte Ansprechpartnerin, wie auch die Anrufe auf ihrem Telefon in den vergangenen Monaten immer wieder zeigten. „Wann ist Frau Werner wieder da?“ so lautete dann meist auch die Frage, die man nicht zu beantworten wagte. Denn die Diagnose im Februar ließ keine wirkliche Hoffnung zu.

Quereinstieg in ein Leben als engagierte Journalistin

Lydia Werner stieg quer in den Journalismus ein. Nach der Wende, als die Zeitungslandschaft einen erfrischenden Umschwung erlebte. Gelernt hatte sie bei der PGH Erfurter Schmuck in Arnstadt das Goldschmiedehandwerk. Ein bisschen mehr Aufregung im Leben durfte es dann doch sein.

Von ihrem Dorf im Ilm-Kreis, das zeitlebens Anker für sie war, fuhr sie über die Jahre in verschiedene Ecken Thüringens, um ihrer neuen Profession nachzugehen. Sie stieg bei der „Tagespost“ in Arnstadt ein. Als diese dann in der „Thüringischen Landeszeitung“ aufging, war das ihre berufliche Heimat. Vor allem in den Landkreisen Arnstadt, Gotha und auch Weimar, wo sie viele Jahre in den Redaktionen arbeitete, ist Lydia Werner bekannt. Dann wechselte sie dauerhaft nach Erfurt. Seitdem die Tageszeitungen auch in der Landeshauptstadt redaktionell eng kooperieren, ist sie auch den Lesern der „Thüringer Allgemeinen“ ein Begriff. Es bleibt nur ein Satz: Lydia, Du fehlst!