Enttäuscht von gescheiterter Einigung zu Erfurter Kultur

Erfurt.  Ausschuss-Vorsitzender verweist auf Stadtratsbeschluss und zeigt sich enttäuscht vom Agieren der Stadtverwaltung.

Reiner Kalisch und Achim Schilling kämpfen als Betreiber um den Museumskeller und den HsD-Saal als Erfurter Kulturstätten mit Tradition.

Reiner Kalisch und Achim Schilling kämpfen als Betreiber um den Museumskeller und den HsD-Saal als Erfurter Kulturstätten mit Tradition.

Foto: Michael Keller

Mit großer Enttäuschung reagiert der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Kultur, Wolfgang Beese, auf den gestrigen Bericht dieser Zeitung, dass es für die beiden Veranstaltungsorte Museumskeller und Haus der Sozialen Dienste (HsD) zu keiner Einigung zwischen Stadtverwaltung und Betreiber gekommen ist. Der Veranstaltungsort im HsD wird gegenwärtig als Corona-Abstrichstelle genutzt und steht für kulturelle Veranstaltungen nicht zur Verfügung. In der Sitzung des Erfurter Stadtrates im September wurde fraktionsübergreifend jedoch mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Verwaltung andere Orte für eine Abstrichstelle prüft und eine Mietanpassung mit dem Betreiber vereinbart.

Dazu erklärt Wolfgang Beese (SPD): „30 Jahre lang haben die Betreiber des Museumskellers eine Bühne für Kunst und Musik geboten. Viele Kulturschaffende haben dort ihre ersten Schritte getan. Die Veranstaltungen wirkten weit über die Stadtgrenzen hinaus und die Stadt hat von den Einnahmen profitiert. Jetzt, in der Not, gibt es keinerlei Entgegenkommen. Das ist nur schwer hinnehmbar.“

Wolfgang Beese weiter: „Es stellen sich zwei Fragen: Wie geht die Stadtverwaltung mit Beschlüssen des Stadtrates um? Und wie schaffen wir es, auch in Krisenzeiten Kultur am Leben zu halten? Hier steht eine Erfurter Institution unwiederbringlich auf dem Spiel“, so der SPD-Politiker abschließend.

Alarmstufe Rot: Ungewisse Zukunft des Museumskellers und HsD in Erfurt