Erfurt strahlt in Orange als Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Anja Derowski
| Lesedauer: 3 Minuten
Charis Klingohr (von links; Soroptimist), Uta Reber (Brennnessel), Birgit Adamek (Gleichstellungsbeauftragte) und Martina Stappel (Zonta Club) sind bestens auf den 25. November vorbereitet.

Charis Klingohr (von links; Soroptimist), Uta Reber (Brennnessel), Birgit Adamek (Gleichstellungsbeauftragte) und Martina Stappel (Zonta Club) sind bestens auf den 25. November vorbereitet.

Foto: Marco Schmidt

Erfurt.  Zahlreiche Einrichtungen und Geschäfte erstrahlen am 25. November. Weitere Partner werden gesucht

Ein Licht für jede Frau. Für jede Frau, die Gewalt erfahren hat. Viele Kerzen werden wieder brennen am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Thüringens Landeshauptstadt beteiligt sich daran seit 20 Jahren, die Gleichstellungsbeauftragte Birgit Adamek denkt an die verschiedensten Aktionen zurück: „Das gemeinsame Fahnenhissen bei Wind und Wetter, Flyer und Beutel verteilen zur Stadtratssitzung und im Kino, Fachtagungen und Workshops, Taschentücher bekleben, Ausstellungen eröffnen, Lesungen und Gespräche initiieren.“

Das Netzwerk „Häusliche Gewalt“ im Kriminalpräventiven Rat der Stadt Erfurt wird immer größer, schon länger unterstützen auch der Zonta Club Erfurt und Soroptimist International die Aktionen an dem Tag. „Wir möchten so auf das Problem der Gewalt gegen Mädchen und Frauen aufmerksam machen“, sagt Martina Stappel vom Zonta Club Erfurt. „Denn nach wie vor sind sie in aller Welt Opfer von Gewalt. Durchschnittlich wird jede dritte Frau in Deutschland Opfer von sexueller, körperlicher und/oder psychischer Gewalt.“

Kirchen, Cafés und Theater beteiligen sich

Um ein Zeichen zu setzen, werden weltweit – und auch in Erfurt – Gebäude und Wahrzeichen unter dem Motto „Orange the world“ beleuchtet. Zahlreiche Firmen und Einrichtungen unterstützen dieses Vorhaben, etwa das Theater, die Kunsthalle, das Angermuseum, der Waidspeicher, die Kowo, die Allerheiligenkirche, die Lorenzkirche, der Landtag, das Umweltministerium, das Rathaus sowie etliche Geschäfte und Cafés in der Stadt.

„Wir freuen uns noch auf weitere Partner, die sich gern an uns wenden können, wenn sie sich an der Aktion in der kommenden Woche beteiligen wollen“, appelliert Martina Stappel an lokale Akteure. Von Anfang an dabei ist das Frauenzentrum Brennnessel, engagierte Frauen wandten sich 1999 mit einer Kerzenaktion am alten Angerbrunnen an die Öffentlichkeit. Seit 2001 begleitet die Stadtverwaltung die Kerzenaktion mit Fahnen vor dem Rathaus. „Damit wurde das stille Gedenken auf den Verkehrsknoten Fischmarkt verlegt, um noch besser die Bürgerschaft zu erreichen und um weitere Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen“, erzählt Martina Stappel.

Prävention beginnt schon im Kindergarten

Sie betont, wie wichtig Prävention ist. Prävention, die im Kindergarten beginnt, wo Rollenbilder vermittelt werden. Der Zonta Club unterstützt seit sieben Jahren die Durchführung eines Selbstbehauptungskurses in der Brennnessel. Zweimal im Jahr findet er für ein Wochenende in der Beratungsstelle statt.

Birgit Adamek verweist zudem auf das „engmaschige Beratungsnetz, das in der Stadt existiert. Wir möchten mit unserer Aktion auch Orientierung über die verschiedenen Angebote geben“. In Erfurt befindet sich das größte Frauenhaus Thüringens, es steht Frauen aus Erfurt, dem Ilm-Kreis und dem Landkreis Sömmerda zur Verfügung.

Charis Klingohr, die Präsidentin von Soroptimist Erfurt, präsentiert einen Weihnachtskalender, der unter anderem in der Buchhandlung Peterknecht ausliegt. Die Einnahmen fließen unter anderem an die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt. „Gewalt gegen Frauen ist sehr vielschichtig und oft ist die Scham bei den Betroffenen sehr groß“, sagt sie.

Aktion gegen Gewalt gegen Frauen am 25. November ab 17 Uhr vor dem Rathaus