Erfurt tanzt mit Storch und Schnorchel im Jerusalema-Schritt

Erfurt  Weltweite Aktion für ein Zusammenstehen in der Krise lockt auch Erfurter Tanz-Talente vor die Kamera. Auch ASB-Seniorenheim dabei

In der K&S-Seniorenresidenz tanzten Bewohner und Beschäftigte den Jerusalema.

In der K&S-Seniorenresidenz tanzten Bewohner und Beschäftigte den Jerusalema.

Foto: Screenshot: Casjen Carl

Das Leben wird gerade ein weiteres Stück zurück geschraubt. Da kann es nicht zu spät sein, noch ein Video mit den derzeit am eifrigsten getanzten Schrittfolgen ins Netz zu stellen. Das dachten sich wohl die Mitglieder des Tauchsportclubs Erfurt und reiten nun seit einigen Tagen auch auf der Welle, die gerade die Welt bewegt. Jerusalema heißt der Song des südafrikanischen Künstlers Master KG, der überall – und so auch in Erfurt – die Menschen zum Tanzen bringt. Und, so der Gedanke hinter der Kampagne, die Menschen emotional enger zusammenrücken lässt.

https://www.youtube.com/watch?v=7EVI3ZwxcBw&t=11s

Oder auch besondere Talente weckt. So zeigt sich beispielweise im Film vom ASB Seniorenheim „Georg Book“ ein besonders temperamentvoller Vortänzer. „Neftali ist Pflegefachkraft bei uns. Sein spanisches Temperament und Lebensfreude rückte zufällig in den Vordergrund“, lüftet Ellen Kant-Leiterin der Einrichtung das Rätsel nach den Solisten. Sabine Schröder, tätig als Pflegefachkraft im Haus, und ihr Mann Sven Schröder erstellten in ihrer Freizeit das Video. Sven drehte und schnitt alles zusammen, erklärt Ellen Kant den Werdegang. „Die Kollegen leisten Großartiges. Aber schon immer. Nicht nur in Pandemiezeiten.“

KKH führt virtuelle Aufmerksamkeitshitliste an

Was vor Weihnachten vor allem in Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen begann, ist demnach in die Breite geschwappt. Aber auch hier ist es mit dem Katholischen Krankenhaus (KKH) eine Klinik, welche die virtuelle Aufmerksamkeitshitliste anführt.

https://www.youtube.com/watch?v=2XpZTtKqCxs

„Als wir die 100.000 Klicks bei Youtube geknackt haben, hat unser Geschäftsführer spontan noch mit einem kleinen Video allen Beteiligten gedankt“, sagt Julia Erdmann, Sprecherin des Katholischen Krankenhauses. Und ist selbst ganz glücklich, wie die Aktion am KKH die Mitarbeiter mitriss.
Wobei die Initialzündung aus der Palliativstation von Oberarzt Kevean Mönchgesang und Stationsleiterin Eva-Maria Kitsche kam. Sie sprachen bei der Leitung des Hauses vor und trafen auf offene Ohren. „Wir haben dann versucht, alle Bereiche mit einzubinden“, sagt Julia Erdmann.

Reinigungskräfte schwingen im Takt die Putzlappen

Was in dem Film schön zu sehen ist, da tanzt im Kreißsaal mit den Hebammen ein Storch, schwenken Reinigungskräfte die Putzlappen und tragen Pfleger im Takt Medikamenten-Kartons über die Stationsgänge. Das Einstudieren habe kaum länger als eine Woche gedauert, sagt KKH-Sprecherin Erdmann. Und freut sich auch darüber, dass der kleine KKH-Video-Hit aus eigener Kraft gestemmt wurde. So filmten Eva-Maria Kitsche und Katharina Beubler mit ihren Handys. Kitsche und ihr Mann Bertram – selbst auch Stationsleiter auf der Intensivstation – schnitten die Sequenzen zur Musik zusammen. „Wenn man so etwas gemeinsam auf die Beine stellt, ist das doch auch ein gutes Zeichen dafür, dass auch die Arbeit gemeinsam gut meistert. Gerade in diesen Zeiten“, sieht Julia Erdmann auch einen guten Effekt für das Team des KKH.

Senioren und Belegschaft tanzen fast zehn Minuten

Auch das Helios-Klinikum hat sich mit einem Film in die Jerusalema-Gemeinde eingereiht und auch hier sind Pflegerinnen, Ärzte und Köche mit Spaß beim Tanzen dabei und wollen so zeigen, was eingangs zu lesen ist: Gemeinsam stark, füreinander da, mit Sicherheit!

https://www.youtube.com/watch?v=VWBWagRlHRg

Selbst die Landesentwicklungsgesellschaft lässt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tanzen, wobei sich ihr Film mit augenscheinlich professionellem Schnitt fast wie ein Firmen-Video anschaut.

https://www.youtube.com/watch?v=wtaibXT7WUQ

Sehr witzig geworden ist das Video des Family Clubs, mit im Takt klappenden Türen und Gymnastik. Etwas wackliger von der Bildführung aber mit vielen rührenden Momenten wartet der Film von K&S-Seniorenresidenz auf. Etwas wackliger von der Bildführung, aber mit vielen rührenden Momenten wartet der Film von K&S-Seniorenresidenz auf. Obwohl der Song eigentlich nur gut vier Minuten lang ist, feiern die Mitarbeiter sich und die Bewohner mit fast zehn Minuten. Da tanzt die Belegschaft durch den Essensraum, über den Hof oder über das Dach. Viele der Seniorinnen und Senioren sind auch dabei. Durch mitklatschen oder ein Wippen mit dem Fuß. Und dass dabei nicht jeder Schritt synchron ist, nehmen alle Beteiligten mit einer fröhlichen Gelassenheit.

https://www.youtube.com/watch?v=FLHV6qYiULk

Womit wir wieder beim Tauchsportclub sind. Während Pflegerinnen und Mediziner oft in Schutzbekleidung und mit Masken tanzen, haben die Wassersportler passend zu ihrem Gerät gegriffen und absolvieren die Schritte im Vierertakt mit einer Taucherbrille und Schnorchel vor dem Gesicht – oder spektakulär mit leuchtenden Schuhen vor dem Dom.

https://www.youtube.com/watch?v=ZbvxczARSyI