Erfurter Boxkampfprozess: Richterin droht Angeklagten mit Ordnungsmaßnahmen

Erfurt  Der Prozess um die Boxkampf-Schlägerei in Erfurt kommt nicht voran. Alle Zeugen wurden am Mittwoch wieder nach Hause geschickt.

Angeklagte und ihre Verteidiger warten am Mittwoch im Amtsgericht Erfurt auf die Entscheidung, ob der Prozess fortgesetzt wird.

Angeklagte und ihre Verteidiger warten am Mittwoch im Amtsgericht Erfurt auf die Entscheidung, ob der Prozess fortgesetzt wird.

Foto: Fabian klaus

Der Prozess um eine Schlägerei am Rande eines Boxkampfes in der Erfurter Messehalle im Jahr 2017 kommt am Amtsgericht Erfurt nicht voran. Nachdem der letzte Prozesstag ausgefallen war, weil die Zeugen nicht kurzfristig erscheinen konnten, musste am Mittwoch nach zwei Stunden die Verhandlung unterbrochen werden, weil einer der Angeklagten mutmaßlich verhandlungsunfähig gewesen ist.

Richterin Martina Bucke drohte den Angeklagten mit Ordnungsmaßnahmen, sollten diese in Zukunft nicht pünktlich zu den angesetzten Verhandlungsterminen erscheinen. Sie sei geneigt, dass als „Missachtung des Gerichts“ zu empfinden. Auch am Mittwoch kamen zwei Angeklagte wieder zu spät.

Den verletzten Angeklagten K. nahm sie bei ihrer Drohung allerdings aus. Der habe eine „gute Begründung“. Die war für Jedermann offensichtlich, weil die Hand in einen dicken blauen Verband gewickelt war. Nach eigenen Angaben wurde er am Morgen in einem Erfurter Krankenhaus operiert. Darüber war das Gericht aber weder von K. noch seinem Begleiter informiert worden.

Verhandlung wurde nicht fortgesetzt

K. legte einen ärztlichen Bericht vor. Darin wurde von einer Teilamputation am Finger der linken Hand geschrieben. Der Angeklagte habe, so heißt es in dem Bericht, gegen ärztlichen Rat die Klinik verlassen. Nach eigenem Bekunden wollte er zwingend an der Verhandlung gegen ihn teilnehmen. Er stand, das war für alle Prozessbeteiligten offensichtlich, aber noch merklich unter dem Einfluss einer erfolgten Narkose, weshalb die Verhandlung nach der Abfrage der persönlichen Verhältnisse der übrigen Angeklagten – bis auf einen äußerten sie sich nicht dazu – nicht fortgesetzt wurde.

Den fünf Angeklagten wird vorgeworfen, im April 2017 nach einem Boxkampf in der Erfurter Messe gegen auf den Boxer Karo Murath aus Berlin eingeschlagen zu haben, der als Gast in der Messehalle war. Verbindungen zur mutmaßlichen Mafia-Schießerei vor einer Erfurter Spielhalle soll es ebenfalls geben. Auch damals standen die Angeklagten sowie Murath und dessen Bruder Koko im Visier der Ermittler.

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