Erfurter Buga-Freunde wählen ihren neuen Vorstand

Nachdem drei Männer im Vorstand der Buga-Freunde das Handtuch warfen, muss neu gewählt werden. Ein Buga-Kenner wirft seinen Hut in den Ring...

Im Festungsgraben am Petersberg soll es eine Schau zum Erwerbsgartenbau geben.

Im Festungsgraben am Petersberg soll es eine Schau zum Erwerbsgartenbau geben.

Foto: Bundesgartenschau Erfurt 2021 GmbH

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Heute wird gewählt: Der Verein der Buga-Freunde sucht sich einen neuen Vorstand. Das wird nötig, nachdem im Vormonat gleich drei Männer ihren Rücktritt erklärt haben: IHK-Präsident Dieter Bauhaus, Erfurts Alt-OB Manfred Ruge und Vereinsschriftführer Andreas Frank hatten beklagt, dass viele Buga-Projekte entweder gar nicht oder nur verzögert umgesetzt würden – und hatten zeitgleich hingeworfen. Die Stadt hatte die Kritik als pauschal und unbegründet zurückgewiesen. Einer, der im Vorstand verblieben ist und nun überlegt, seinen Hut für den Vorsitz in der heutigen Versammlung in den Ring zu werfen, ist Dr. Rüdiger Kirsten. Abhängig machen will er dies von weiteren Bewerbern. Kirsten hatte vor Bauhaus das Amt schon inne, war als damaliger Buga-Projektleiter im Garten- und Friedhofsamt wegen dieser Doppelfunktion in die zweite Reihe getreten. Wichtig sei ihm vor allem, dass der Verein der Buga-Freunde sich nicht auf der Zielgeraden zur Bundesgartenschau auflöst, was auch eine Idee aus Vereinsreihen gewesen sei. „Der Verein wurde gegründet zur Unterstützung der Freiraumgestaltung für die Buga und darüber hinaus: Daran sollten wir festhalten“, fordert Kirsten.

Blick zurück mit Selbstkritik

Möglicherweise habe sich der Verein zu stark auf eigene Einzelprojekte fokussiert, statt Erfurter Initiativen anzustoßen und diese zu unterstützen, sagt Kirsten selbstkritisch. Noch sei ein durchweg positives Meinungsbild zur Buga nicht erreicht worden, bedauert er - in der Gewissheit: „Es wird eine gute Buga werden!“ Dass es kurz vor der Eröffnung gewisse Durststrecken und Tiefpunkte gibt, sei nicht neu und auch in Potsdam oder Schwerin so gewesen. Es sei doch klar, dass die Menschen durch die vielen Baustellen frustriert seien. Erst im Jahr vor der Eröffnung erhalte die Buga eine besondere Dynamik. Kirsten muss es wissen: Er hat nicht nur zwölf Bundesgartenschauen fachlich begleitet, sondern auch „Entente Florales“ auf europäischer Ebene. Ab Februar wird er für zwei Jahre zum Präsidenten dieses Wettbewerbs. Vielleicht, so mutmaßt er, hat der Atem nicht für die lange Zeit des Anlaufs zur Buga 2021 gereicht. Vieles sei auf dieser Strecke möglicherweise zerredet worden. Nun aber gehe der Countdown zu Buga jetzt erst los und die Vorbereitungen nehmen an Fahrt auf. Damit das gelingt, müssten Verein, Buga-GmbH und Stadt wieder zusammenfinden. Und gemeinsam Luftholen. Kirsten ist da zuversichtlich. Eigene Projekte des Vereins wie die Beschiffung des Breitstroms, eine Ausstellung zur Historie des Gartenbaus im Gartenbaumuseum und das Projekt „Blühende Felder“ seien gut vorangekommen. Jetzt fehle noch ein Projekt, bei dem sich die Erfurterinnen und Erfurter aktiv und mit helfender Hand einbringen können.

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