Erfurter Engagement für Barrierefreiheit zahlt sich aus

Erfurt.  Das jahrelange bemühen, mit barrierefreiem Angebot bei Touristen zu punkten, zahlt sich aus: mit einem dritten Platz im Bundesteilhabewettbewerb.

Besser beroll- und begehbar geworden ist das Pflaster der Allerheiligenstraße für Rollstuhlfahrer, Radfahrer, Kinderwagen und Fußgänger.

Besser beroll- und begehbar geworden ist das Pflaster der Allerheiligenstraße für Rollstuhlfahrer, Radfahrer, Kinderwagen und Fußgänger.

Foto: Marco Schmidt

Mit ihrem Projekt „Erfurt erlebbar für Alle – barrierefreie Urlaubsinspirationen“ hat die Erfurt Tourismus und Marketing GmbH (ETMG) den dritten Platz beim diesjährigen Bundesteilhabepreis belegt. Verliehen wird er dieses Jahr zum zweiten Mal von Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales. Geschäftsführerin Carmen Hildebrandt freut sich riesig, wird doch mit dem Preis, dotiert mit 2500 Euro, das langjährige Bemühen um barrierefreien Tourismus belohnt.

„Letztendlich profitieren alle davon - ob Frau mit Kinderwagen oder Mann mit Rollator – nicht nur Menschen im Rollstuhl“, sagt Carmen Hildebrandt. Anfang des Jahres wurde Erfurt bereits als barrierefreier Tourismusort im Projekt „Reisen für Alle“ zertifiziert. Im Rahmen dieses Projektes entwickelte die ETMG fünf Urlaubsinspirationen für Erfurt. Die Angebote richten sich an Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, mit Hör-, Seh- und Lernbehinderungen, an Gehörlose und Blinde sowie an Familien und gleichfalls an Senioren. So gibt es Stadtrundfahrten im barrierefreien Altstadt-Express oder der historischen Straßenbahn, Stadtführungen in Gebärdensprache oder für blinde und sehbehinderte Gäste.

In diesem Jahr wurden in diesem Projekt auch die Herausforderungen der Corona-Pandemie berücksichtigt und für die Stadtführungen und -rundfahrten spezielle Hygienekonzepte erarbeitet. All das floss in die Bewertung des barrierefreien Gesamtangebots durch die Jury ein.

Die 2500 Euro Preisgeld sollen nicht „verfeiert“ werden, sondern wiederum in mehr Barrierefreiheit fließen: In Marketing, erhöhte Lesbarkeit der Webseite, und in eine Neuauflage des Reiseplaners Erfurt erlebbar für alle. Neu aufgelegt werden soll zudem der Innenstadtplan im DIN A3-Format, in dem alle Borde mit Höhe, günstige Wegführungen und Problemstellen für Rollstuhlfahrer verzeichnet sind. Positiv: In den vergangenen drei Jahren sind laut ETMG-Geschäftsführerin Hildebrandt etliche Tücken für Rollstuhlfahrer beseitigt worden. Beispielsweise in der Allerheiligenstraße, wo das nur schwer befahrbare Kopfsteinpflaster durch einen glatten Belag ausgetauscht und besser „berollbar“ wurde.

www.erfurt-tourismus.de/barrierefrei informieren.