Erfurter Impfzentren starten am Mittwoch mit 140 Impfungen

Erfurt  Sieben Pflegeheime wurden bislang berücksichtigt. Alle Erfurter ab 80 erhalten in den nächsten Tagen Infoschreiben

In den Erfurter Pflegeheimen wurden bislang 1765 Personen geimpft, sagt Michael Sakriß von der Kassenärztlichen Vereinigung.

In den Erfurter Pflegeheimen wurden bislang 1765 Personen geimpft, sagt Michael Sakriß von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Foto: Holger Wetzel

Beide Erfurter Impfzentren nehmen am Mittwochnachmittag ihren Betrieb auf. Das hat der Erfurter Hausarzt Michael Sakriß von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVT) bestätigt, die für die Organisation der Corona-Schutzimpfung zuständig ist. In den Zentren in der alten Mensa des Helios Klinikums und an der Schwesternschule des Katholischen Krankenhauses sollen am Mittwoch jeweils 70 Menschen geimpft werden. Corona-Blog: Todesfälle seit Dezember vervierfacht – Thüringen nun Bundesland mit höchstem Inzidenzwert

Die Impfaktion gegen Corona hatte in Erfurt am 29. Dezember in zwei Pflegeheimen begonnen. Inzwischen haben 1765 Bewohner und Pflegekräfte in sieben größeren Heimen den Schutz erhalten. Vier weitere Einrichtungen sollen noch in dieser Woche versorgt werden, sagte Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). 15 weitere Heime seien für Impfungen angemeldet.

Laut Michael Sakriß sind zudem die Mitarbeiter der dringlichen Kategorie in beiden Krankenhäusern geimpft worden. In den zuerst berücksichtigten Pflegeheimen stehe kommende Woche bereits die für die vollständige Immunisierung wichtige zweite Impfung an. „Etwa zwei Wochen später sind die ersten Erfurter dann vor Corona sicher“, sagte Sakriß.

In den beiden Impfstellen werde eine Taktung von vier Minuten pro Impfung angenommen. Die Nachbeobachtung erfolge parallel für mehrere Geimpfte, sagte Sakriß.

Impfhinweise per Post

Das Tempo in den Impfstellen hänge vom Vorhandensein des Impfstoffes ab, sagte Sakriß. Es könne jederzeit verdoppelt werden. „Wir vergeben immer so viele Termine, wie Impfdosen da sind“, sagte Sakriß. Die Vorräte würden vollständig ausgeschöpft, fügte er hinzu: „Keine Impfdose überlebt hier lange.“

Der Oberbürgermeister kündigte an, dass alle Erfurter ab 80 Jahren in den nächsten Tagen per Post Hinweise zu den Impfungen, zu Formularen, zur Terminvereinbarung und zu Ansprechpartnern erhalten würden. „Viele melden sich bei der Hotline und wissen nicht, wie sie sich anmelden sollen“, begründete Andreas Bausewein das gemeinsam mit der KVT verfasste Schreiben, das in ähnlicher Form in anderen Kommunen schon verschickt wurde.

Laut Sozialdezernentin Anke Hofmann-Donke (Linke) würden auch die Mitarbeiter von Seniorenzentren und viele freiwillige Helfer aktiviert. Die ab 80-Jährigen machen 16 Prozent der Erfurter Bevölkerung aus.