Karnevalsumzug in Erfurt ist abgesagt

Erfurt.  Der Erfurter Karnevalsumzug wurde abgesagt. Das Risiko ist der GEC zu hoch. Doch eine Alternative ist möglich.

Prinz René I. grüßt beim Umzug im Februar die Besucher auf dem Domplatz. Im kommenden Jahr muss der Umzug ausfallen.

Prinz René I. grüßt beim Umzug im Februar die Besucher auf dem Domplatz. Im kommenden Jahr muss der Umzug ausfallen.

Foto: Marco Schmidt

Der für den 14. Februar geplante Erfurter Karnevalsumzug findet nicht statt. Das Präsidium der Gemeinschaft Erfurter Carneval (GEC) und die in ihr zusammengeschlossenen Vereine haben am Mittwochabend einhellig die Absage beschlossen, bestätigt GEC-Präsident Thomas Kemmerich. Das Risiko angesichts der Corona-Lage sei zu hoch.

„Die aktuelle Lage ist schon schwierig, und wir können überhaupt nicht einschätzen, wie die Lage im Februar sein wird“, sagt Kemmerich. „Um den Karneval durchzuführen, müssten wir aber jetzt in die harte Planung einsteigen.“

Normalerweise würden die GEC und die Vereine in diesen Tagen zum Beispiel beginnen, die Wagen zu gestalten, Sponsoren zu suchen und das Sicherheitskonzept zu erstellen. Der Aufwand und die Kosten seien angesichts des Risikos einer kurzfristigen Absage nicht zu rechtfertigen. „Die Entscheidung ist weitsichtig und sehr vernünftig“, betont Kemmerich.

Kemmerich: „Wir denken darüber nach, etwas stattfinden zu lassen“

Selbst, wenn ein Umzug von den Behörden erlaubt würde, wäre er mit Auflagen verbunden, die finanziell und personell nicht umzusetzen seien. „Wir müssten vermutlich Boxen für Familien oder maximal zehn Personen an die Strecke stellen“, erläutert der GEC-Präsident. Die Anzahl der Ordner wäre ungleich höher als in anderen Jahren.

Gänzlich karnevalsfrei muss der Umzugs-Sonntag aber nicht werden. „Wir beobachten sehr genau, wie der Altstadtherbst und der Weihnachtsmarkt ablaufen“, sagt Thomas Kemmerich. Eine stationäre Veranstaltung, die auf den Domplatz beschränkt bleibt, sei vorstellbar.

„Wir denken darüber nach, etwas stattfinden zu lassen“, bestätigt der GEC-Präsident. „Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.“

GEC plant vier Karnevalsveranstaltungen

Ansonsten konzentriere sich die GEC auf die vier bestätigten Veranstaltungen, die alle im Kaisersaal unter den bewährten Hygiene-Bedingungen stattfinden sollen. Dabei handelt es sich um die Proklamation am 11. November, einen Frühschoppen am 16. November, die Prunksitzung und die Abschlussveranstaltung am Ende der 72. Session.

Der Umzug am 14. Februar wäre auf den Valentinstag gefallen. Es sollte der 46. Karnevalsumzug werden.

Den 45. Umzug im vergangenen Februar Jahr verfolgten rund 20.000 Zuschauer bei recht widrigen Wetterbedingungen. Der Umzug zählte 2500 Mitwirkende und 45 Wagen.

Die Durchführung war zunächst ungewiss, allerdings nicht wegen Corona, sondern weil die Finanzierung lange Zeit nicht abgesichert war. Ein Zuschuss der Stadt ermöglichte schließlich die Veranstaltung.