Erfurter Kulturpreis geht an den Zughafen

Dass die deutschlandweit bekannten Musiker Clueso und Norman Sinn am Dienstag im Güterbahnhof zum Mikrofon griffen, das hatte gute Gründe. Der Zughafen, ihre musikalische Heimstatt, bekam den Kulturpreis der Landeshauptstadt.

Freude am Dienstag bei Clueso (links) und Andreas Welskop vom Zughafen, als sie den Kulturpreis der Stadt Erfurt überreicht bekamen. Foto: Holger John

Freude am Dienstag bei Clueso (links) und Andreas Welskop vom Zughafen, als sie den Kulturpreis der Stadt Erfurt überreicht bekamen. Foto: Holger John

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Erfurt. Dass die deutschlandweit bekannten Musiker Clueso und Norman Sinn Dienstag am Güterbahnhof zum Mikrofon griffen, das hatte gute Gründe. Der Zughafen, ihre musikalische Heimstatt, bekam den Kulturpreis der Landeshauptstadt.

Der Zughafen ist ein freies Netzwerk aus Künstlern und Firmen, die sich mit Musik und Veranstaltungsmanagement befassen. Es hat seine Räume am Güterbahnhof, bietet Proben-, Produktions- und Begegnungsmöglichkeiten. Der Zughafen besteht seit zehn Jahren und hat in die hiesige Künstlerszene zahlreiche Verbindungen. Die Entscheidung für die Preisvergabe traf eine Jury aus Abgeordneten der Stadtratsparteien und den letzten beiden Preisträgern.

40 Bürger hatten Vorschläge für insgesamt 19 Personen und kulturelle Institutionen eingereicht. Der Preis wird seit 1997 alle zwei Jahre vergeben - für außergewöhnliche Leistungen auf kulturellem Gebiet. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der Restaurator Günter Kreienbrink, der Verein Erfurter Herbstlese und der Gitarrist Jürgen Kerth. Er freute sich sichtlich über die Entscheidung der Jury. Es sei wichtig, den jungen Kreativen den Rücken zu stärken, so Kerth.

"Die Kultur in Erfurt wäre deutlich ärmer ohne den Zughafen", sagte Laudator Wolfgang Beese und in Richtung Stadt: "Wir sollten diese Leute weiter kreativ sein lassen und ihnen die nötigen Rahmenbedingungen schaffen."

Für Oberbürgermeister Andreas Bausewein ist der Weg des Zughafens "Symbol für die Gegenwart und Zukunft Erfurts". Andreas Welskop vom Zughafen meinte: "Dieser Preis ist für viele, viele Leute, Künstler, Helfer, Visionäre." Kultur von der Straße brauche in Erfurt eine größere Lobby. Die 5.000 Euro Preisgeld sollen in soziale Projekte des Zughafens fließen.

Mehr über das Netzwerk steht unter www.zughafen.de

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