Erfurter Sommerkomödie lässt Molière auf Shakespeare folgen

Frank Karmeyer
| Lesedauer: 2 Minuten
Judith Hörnlein, Mitarbeiterin der Sommerkomödie Erfurt, präsentiert das Plakat zum Stück „Der Menschenfeind" nach Moliere, das 2023 in der Barfüßerruine gespielt wird. Dass „Menschen" und „Feind" getrennt geschrieben ist, ist kein Fehler, sondern eine hintersinnig gemeinte Idee von Intendant Volker Nienstedt. 

Judith Hörnlein, Mitarbeiterin der Sommerkomödie Erfurt, präsentiert das Plakat zum Stück „Der Menschenfeind" nach Moliere, das 2023 in der Barfüßerruine gespielt wird. Dass „Menschen" und „Feind" getrennt geschrieben ist, ist kein Fehler, sondern eine hintersinnig gemeinte Idee von Intendant Volker Nienstedt. 

Foto: Frank Karmeyer

Erfurt.  Es geht um Adel und Genuss, um kokette Frauen und schonungslose Männer, wenn 2023 wieder eine Komödie in der Barfüßerruine gespielt wird.

Jetzt ist es raus: „Der Menschenfeind“, eine Komödie nach Molière, wird im kommenden Sommer in der Barfüßerruine gespielt. Die Sommerkomödie startet am Samstag mit dem Vorverkauf der Tickets für die insgesamt 28 Vorstellungen zwischen dem 27. Juli und 27. August 2023. Ein großes Vergnügen mit leichtfüßiger Komödienkost ist es, was Volker Nienstedt, Intendant der Sommerkomödie Erfurt, dem Freilufttheaterpublikum verspricht. Bei gleichbleibenden Kartenpreisen.

Wer spielen wird, liegt laut Nienstedt in den Händen von Regisseur Marcus Fennert, der schon bei „Cyrano“ vor zwei Jahren Regie geführt hat, in diesem Jahr bei „Viel Lärm um nichts“ einmal wieder selbst auf der Bühne stand. Fest stehe bislang nur die weibliche Hauptrolle, die die Erfurter Schauspielerin Julia Maronde übernehmen wird. Auch die Textfassung liegt in bewährten Händen: „Fabian Hagedorn wird dem historischen Text die Schwere nehmen“, sagt Nienstedt. Und für die musikalische Begleitung sei Cindy Weinhold einfach unverzichtbar.

Titel für das Rahmenprogramm ist noch offen

Wo in diesem Jahr Hochbeete die Ruine zierten, sind im kommenden Jahr Wasserspiele geplant. Soviel stehe fest, anders als die Details des Kulturprogramms, das seit Pandemie-Zeiten erst die Sommerkomödie gänzlich ersetzte, schließlich ihr in abgespeckter Version vorausgeschickt wurde. Wer alles auftreten werde mit Tanztheater, Kabarett und Musik, werde erst kurzfristiger seinen Weg ins Programm finden. Nach dem „Pandemistischen Gartentheater“ der Vorjahre ist dafür auch noch kein neuer Name gefunden. Und weil die 28 Vorstellungen in diesem Jahr mit jeweils knapp 400 Zuschauerinnen und Zuschauern allesamt ausverkauft waren, könne in diesem Jahr auch auf eine Crowdfundingaktion verzichtet werden, die im Vorjahr noch die Produktion hatte retten müssen. Von der gibt es bei Youtube ganz frisch im Kanal der Sommerkomödie einen Live-Mitschnitt.

Zum Stück: Der Adelige Alceste ist überzeugter Verächter der besseren Gesellschaft, die von Heuchelei und Genusssucht durchsetzt ist. Daher beschließt er schonungslos die Wahrheit zu sagen, sei sie auch noch so unhöflich und verletzend. Da verliebt er sich ungewollt und ausgerechnet in die kokette Célimène…. Der deutsche Titel „Der Menschenfeind“ führe im Gegensatz zum Originaltitel „Le Misanthrope“ gedanklich leicht in die Irre, wie Nienstedt sagt. Aufgefangen werde solle das durch den Untertitel „Der verliebte Melancholiker“ – und ein rotes Herz im Titel auf Flyer und Plakat.