Erfurter Stadtrat drückt Caravanpark in Dittelstedt gegen das Ortsteilvotum durch

Dittelstedt  Ortsbürgermeister Dietrich Hagemann kündigt an, dass das Bebauungsplanverfahren nicht geräuschlos über die Bühne gehen wird

Urlaub mit dem Wohnmobil – der Streit um einen dringend benötigten Caravanpark in Erfurt geht in die nächste Runde. Foto: Roland Weihrauch, dpa

Urlaub mit dem Wohnmobil – der Streit um einen dringend benötigten Caravanpark in Erfurt geht in die nächste Runde. Foto: Roland Weihrauch, dpa

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Gegen den Willen des Ortsteils hat der Stadtrat einen Caravanplatz in Dittelstedt auf den Weg gebracht. Mit den Stimmen der rot-rot-grünen Koalition gab es am späten Mittwochabend grünes Licht für die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens. Die CDU stimmte dagegen, die Bunten enthielten sich.

„Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum das einstimmige Votum des Ortsteilrates ignoriert wurde“, meinte gestern Dittelstedts Ortsteilbürgermeister Dietrich Hagemann. Der Ortsteilrat hatte sich gegen den Caravanpark ausgesprochen, den Investoren auf 1,5 Hektar hochwertigen Ackerbodens an der Rudolstädter Straße errichten wollen.

Hagemann kündigte an, dass das Bebauungsplanverfahren nicht geräuschlos über die Bühne gehen werde. „Ich gehe davon aus, dass Nachfragen kommen und dass die Bürger ihre Haltung artikulieren werden“, meinte der Bürgermeister.

Die Entscheidung hat auch deshalb einen Beigeschmack, weil die Investoren zwischenzeitlich den Standort in Dittelstedt wegen der sich andeutenden Proteste aufgegeben zu haben schienen. Statt dessen verhandelten sie über ein versie-geltes Grundstück im nahen Daberstedt, wo ein Caravanplatz weniger Konflikte mit Nachbarn, Einwohnern und mit der Umwelt ausgelöst hätte. Warum diese Verhandlungen plötzlich abgebrochen wurden, ist nicht bekannt.

„Die Stadt macht es sich sehr einfach“, sagte Hagemann gestern. „Sie wäre selbst in der Pflicht, einen Caravanplatz zu erschließen.“ Nun entledige sie sich dieser Aufgabe und übertrage das Risiko auf die Investoren.

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