Erfurts Kulturdezernent verärgert über geplante pauschale Museumsschließung

Erfurt.  Ab dem 2. November sollen alle Museen geschlossen bleiben. Erfurts Kulturdezernent Tobias Knoblich ist über diese Anordnung verärgert.

Erfurts Kulturdezernent Tobias Knoblich (Archivbild).

Erfurts Kulturdezernent Tobias Knoblich (Archivbild).

Foto: Marco Schmidt

Mit Verärgerung und Unverständnis hat Erfurts Kulturdezernent Tobias Knoblich auf die coronabedingte Anordnung reagiert, alle Museen ab dem 2. November geschlossen zu halten. „Bei allem Respekt für die notwendigen Maßnahmen schmerzt es mich, dass alle Kultur einfach unter dem Label Freizeit und Veranstaltungen abgetan wird“, sagte er während der Eröffnung der neuen Ausstellung im Stadtmuseum „Wer war Johann B.?“. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog

„Alle Häuser werden als Freizeiteinrichtungen und nicht als Bildungseinrichtungen gehandelt, das kann nicht sein.“ Für das Naturkundemuseum sei klar gewesen, dass nicht die notwendigen Gegebenheiten vorhanden sind und dieses ab Montag erstmal geschlossen bleibt. Doch in den anderen Erfurter Museen hätten sich Lösungen gefunden, zumal der Andrang dort auch nicht extrem hoch ist. Man hätte nach Bedarf eingelassen, zur Not mittels eines Anmeldesystems. Einfach per „Gießkannenprinzip“ alles zu schließen, sei nicht die Lösung.

Ausstellung an diesem Wochenende noch zu sehen

„Wir hatten die Woche alle einen depressiven Schub“, fügt Museumsdirektor Hardy Eidam hinzu. So viel Energie stecke in der neuen Ausstellung, die bereits zweimal aufgrund von Bauarbeiten verschoben wurde. Die Vorbereitungen für die Ausstellung begannen vor der ersten Coronawelle, dennoch sensibilisiert sie durchaus für die gegenwärtige Situation. An diesem Wochenende (31. Oktober, 1. November) ist die Ausstellung zu sehen, ab dem 2. November bleibt auch das Stadtmuseum vorläufig geschlossen.

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