Erster Schritt für Sanierung des Dachwiger Freibades ist getan

Dachwig  Einwohner wollen ihr Freibad in den nächsten Jahren bei laufendem Betrieb auf den aktuellen technischen Stand bringen

Der Zustand des Betons wird mit darüber entscheiden, wie aufwendig und teuer die Sanierunsarbeiten werden. Bislang gibt es nur am Beckenrand Probleme. Der Beckenboden macht noch einen guten Eindruck. Probebohrungen sollen jetzt den tatsächlichen Zustand ans Tageslicht bringen.

Der Zustand des Betons wird mit darüber entscheiden, wie aufwendig und teuer die Sanierunsarbeiten werden. Bislang gibt es nur am Beckenrand Probleme. Der Beckenboden macht noch einen guten Eindruck. Probebohrungen sollen jetzt den tatsächlichen Zustand ans Tageslicht bringen.

Foto: Hartmut Schwarz

Eine „hohe Kante“ haben die Dachwiger nur am Beckenrand ihres Freibades. In der Gemeindekasse kann davon keine Rede sein. Und trotzdem haben sie sich vorgenommen, ihr 50 Jahre altes Freibad in den kommenden Jahren auf den aktuellen Stand zu bringen.

Dazu habe sich der Gemeinderat gemeinsam mit dem Förderverein des Freibades bekannt, erklärt Bürgermeister Volker Aschenbach. Prioritäten, wie mit den finanziellen Mitteln der Gemeinde zu verfahren sei, wären damit gesetzt.

Und ein erster Schritt sei bereits getan: Man habe im Haushalt die Mittel für ein Planungsbüro eingestellt, das drei verschiedene Varianten für eine komplexe Sanierung erarbeiten soll. Bei jeder Variante sei Bedingung, dass das Bad über die Saison geöffnet werden kann, dass die Bauarbeiten im Herbst und im Frühjahr konzentriert werden – über mehrere Jahre.

Mit dem Projekt in der Tasche soll es danach auf die Suche nach geöffneten Fördertöpfen gehen. Die allerdings groß genug sein müssen, damit die kargen Eigenmittel ausreichen.

Über eine Million Euro müssten investiert werden, schätzt Aschenbach augenscheinlich ein. Wobei die Ergebnisse der demnächst beginnenden Untersuchungen noch einfließen werden.

Für Schwimmmeister Jörg Rauschenberg liegt der Knackpunkt im Zustand des Beckenfundamentes. Es komme darauf an, was die dort geplanten Bohrungen ergeben. Im Idealfall könne man die nachzurüstenden Rohre für die Wasserzirkulation und Filteranlage einfach auf dem Bestand verlegen und mit einer neuen Decke versehen. Eine Erhebung um 60 Zentimeter könne der Beckenboden verkraften, ohne dass sich an der Wassertiefe etwas ändert. Nach oben sei genügend Luft. Das Bad hat eine „hohe Kante“, die Halterohre könnten leicht nach oben versetzt werden. Sollte der Beton nicht den Anforderungen entsprechen, muss er komplett raus. Dann wird es entsprechend teurer.

Im Sommer bleibt das Bad durchgehend geöffnet

Wie es auch kommen mag, er werde sich mit seiner ganzen Kraft für das Bad einsetzen – für sein Heimatbad. Auch wenn er demnächst in den Ruhestand wechselt, werde er über die Saison als Schwimmmeister zur Verfügung stehen. So lange, bis er einen Nachfolger eingearbeitet hat. Und dieser soll dann ein Freibad übernehmen, das technisch auf dem aktuellen Stand ist.

Seit dem 1. April steht er wieder in seinem Heimatort am Beckenrand. Von 1981 bis 1992 war er hier schon einmal verantwortlich. Danach wechselte er zu den Stadtwerken nach Erfurt, zuletzt war er im Arnstädter Stadtbad beschäftigt.

Mit den dort gesammelten Erfahrungen im Gepäck will er jetzt in Dachwig beitragen, das Bad für die Zukunft zu rüsten. Was seinen Vorgängern hier, so glaubt er, nicht gelingen konnte – weil ganz einfach das Herzblut für das Bad fehlt.

Nachdem er feststellte, wie sehr sich die Dachwiger für ihr Bad engagieren, ist er sich sicher, dass es das Bad noch lange geben wird. Zwar konnten die Besucherzahlen von 2018 nicht erreicht werden, an Spitzentagen wurden dennoch bis zu 1500 Besucher gezählt. Das Bad ist extrem beliebt – wird auch von immer mehr Erfurtern bevorzugt Selbst bei schlechtem Wetter blieb es der Mittelpunkt des Ortes. Um das Bad noch attraktiver zu machen, plant er u.a. mehr Kurse und mehr Freilichtkino in der Saison. Vor allem für die ehemaligen Besucher des Bades, die sich inzwischen für zu alt dafür glauben, soll das Bad wieder zu einem Treffpunkt werden. Barrierefreiheit und Ruhezonen gehören für ihn deshalb unbedingt dazu.

Der technische Standard allerdings müsse sich ändern. Derzeit werde der Chlorgehalt noch per Hand korrigiert – dies soll künftig automatisch passieren. Auch eine Wasseraufbereitung müsse nach gerüstet werden.

In fünf Jahren soll es geschafft sein, so die Pläne in Dachwig. So lange wird der Förderverein im Frühjahr weiter zu Pinsel und Farbe, zu Mörtel und Kelle greifen müssen, um das Bad für die Saison fit zu machen. Auch diese Saison habe wieder ihre Spuren hinterlassen – und die Winterschäden kommen noch dazu.

Zur Eröffnung der Saison im Mai wird davon nichts mehr zu sehen sein, weiß Rauschenberg – und verlässt sich dabei voll auf die Dachwiger und auf ihre Liebe zum Bad.

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