Farbanschläge in Erfurt auf Hauseingänge von Behörden

Erfurt  Kein Bekennerschreiben. Polizei geht von politisch motivierten Taten aus. Bürgeramt, Arbeitsagentur und Bauernverband betroffen

Farbattacke auf Eingang vom Bürgeramt. Die Kriminalpolizei sicherte Spuren, unter anderem ein anonymes Schreiben, das einen Abschiebstopp fordert.

Farbattacke auf Eingang vom Bürgeramt. Die Kriminalpolizei sicherte Spuren, unter anderem ein anonymes Schreiben, das einen Abschiebstopp fordert.

Foto: Marcus Scheidel

Tropfnass schien gestern Morgen noch die leuchtendrote Farbe, die nach einer geworfenen Farbbombe von der Fassade am Eingang zum Bürgeramt herunterlief und zusätzlich kreiselnd auf dem Gehweg verteilt worden war. Kurz nach 8 Uhr war die Polizei verständigt worden. Da war von den Tätern außer der hinterlassenen Farbschmiererei nichts mehr zu sehen.

Auf das Arbeitsamt in der Max-Reger-Straße haben unbekannte Täter ebenfalls in den Morgenstunden ein Farbanschlag verübt – dort floss schwarze Farbe im Eingangsbereich. Braune Farbe bekam das Gebäude in der Alfred-Hess-Straße ab, in welchem der Thüringer Bauernverband seinen Sitz hat.

Die Polizei geht aufgrund vorgefundener anonymer Schreiben an den betroffenen Bauten von einer politisch motivierten Tat aus, wie Sprecherin Judith Schnuphase gestern sagte. Am Bürgeramt in der Alten Wache in der Bürger-Meister-Wagner-Straße wurde ein A4-Blatt hinterlassen, auf dem von der Ausländerbehörde ein Abschiebestopp gefordert und die Abschiebepraxis kritisiert werden. Später am Vormittag zogen Mitarbeiter der Stadtverwaltung ein Absperrband vor dem verschmierten Eingang, weil Besucher ihn immer noch nutzten.

Ob sich jemand zu den Farb­attacken in der Stadt bekennt, war gestern noch nicht klar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Es wurden Spuren gesichert, Zeugen vernommen und Beweismittel sichergestellt. Wie hoch der Sachschaden ist, konnte gestern noch nicht beziffert werden.

Beim Bauernverband e wurde auf dem Gelände ein Zettel gefunden, auf dem laut Polizeisprecherin der Verband verunglimpft wird.

Die schwarze Farbe an der Arbeitsagentur, die derzeit bis auf das Jobcenter wegen Sanierung leersteht, wurde auf dem Gehweg ausgeschüttet und ein Plakat, welches Unmut gegen die Arge ausdrückt, auf den Bürgersteig geklebt.

Hinweise zu den Tätern nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

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