FC Rot-Weiß Erfurt muss Ex-Manager Traub einen Verdienstausfall nachzahlen

Erfurt  Das Arbeitsgericht erklärt die Kündigungen für Torsten Traub für unwirksam. Im Rechtsstreit mit Stefan Emmerling und Oliver Bornemann droht dem Fußball-Regionalligisten aus Erfurt weiterer finanzieller Schaden.

Fast acht Jahre bis November 2017 war Torsten Traub im Rot-Weiß-Management tätig. Foto: Sascha Fromm

Fast acht Jahre bis November 2017 war Torsten Traub im Rot-Weiß-Management tätig. Foto: Sascha Fromm

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Noch hat der FC Rot-Weiß die Höhe seines Budgets für die neue Regionalliga-Saison nicht bekannt gegeben. Doch die Vertragsauflösung mit Großverdiener Andis Shala sowie die Verpflichtung von jungen Spielern aus der vierten und fünften Liga belegen klar: In Erfurt muss kräftig gespart werden.

Umso schmerzhafter sind deshalb die juristischen Niederlagen, die dem insolventen Verein teuer zu stehen kommen. So hat der im November 2017 vom damaligen Präsidenten Frank Nowag entlassene Sportmanager Torsten Traub den Arbeitsrechtsstreit auch in zweiter Instanz gewonnen. Die zwei erfolgten Kündigungen sind für unrechtmäßig erklärt worden. Wie die Insolvenzverwaltung bestätigte, muss Rot-Weiß jetzt teilweise den Verdienstausfall an Traub zahlen – und zwar bis Februar 2019.

Was die Sache noch pikanter macht: Da der 43-Jährige einen unbefristeten Vertrag besitzt, ist er auf dem Papier sogar wieder Angestellter des Clubs. In einem weiteren Verfahren soll nun entschieden werden, ob dieser Ar­beitsvertrag durch den Wegfall der Sportdirektoren-Stelle überhaupt noch Gültigkeit besitzt. Im schlimmsten Fall droht dem FC Rot-Weiß die Zahlung einer zusätzlichen Abfindung.

Traub: „Ich selbst hätte den Absprung nach acht Jahren nicht geschafft“

Eine endlose (und teure) Geschichte, die laut Traub schon längst beendet hätte sein können. „Ich hatte Herrn Reinhardt zwischendurch einen Vergleich angeboten. Damit hätte der Verein Geld sparen und wir alle ei­nen Schlussstrich ziehen können. Allerdings gab es nicht einmal eine Redaktion darauf“, gibt sich Traub verwundert.

Der Insolvenzverwalter empfand den vorgeschlagenen Vergleich indes als nicht fair, „weil sich Herr Traub seinen mutmaßlichen Verdienst als Geschäftsführer der Ballsportfabrik GmbH nicht anrechnen lassen wollte“. Seit rund vier Monaten steht der Ex-Manager einer Beratungsagentur für Fußballvereine vor; vermittelt und berät Trainer aller Art sowie Mitglieder für das Team hinter dem Team – wie Physiotherapeuten, Video-Analysten und Athletik-Coaches.

Mit dem Abstand von mehr als 18 Monaten seit der Trennung empfindet er „in erster Linie Erleichterung“. Denn: „Ich selbst hätte den Absprung nach acht Jahren nicht geschafft“, erklärt Traub. „Doch die Art und Weise, wie das damals ablief, war eine Enttäuschung. Sämtliche Zahlungen sind über Nacht eingestellt worden – ohne irgendwelche Angaben.“

Prozess gegen Ex-Trainer Emmerling dauert an

Vorgänge, die den klammen Verein nun einholen. Doch den FC Rot-Weiß drücken nicht nur finanzielle Altlasten. Auch Oliver Bornemann klagt gegen die Beurlaubung, obwohl die Auflösung seines Arbeitsverhältnisses am 30. April als einvernehmlich verkauft wurde. Die Insolvenzverwaltung gibt sich gelassen: „Grund für die Kündigung war unter anderem der Wegfall der Stelle des Sportdirektors. Wir erwarten, dass dies vom Arbeitsgericht bestätigt wird“, heißt es in einer Stellungnahme.

Der noch immer fortdauernde Prozess gegen Ex-Trainer Stefan Emmerling, der in erster Instanz verloren wurde, befindet sich in der Berufung. Grund für dessen Kündigung im Mai 2018 sei die Verletzung von Verschwiegenheits- und Treuepflichten gewesen, lässt der Verein wissen.

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