„Freunde der Citadelle“ sorgen sich um Fahrplan für den Petersberg

Erfurt  Der Verein „Freunde der Citadelle“ fordert vom Freistaat ein klares Bekenntnis zum Landesmuseum in der Defensionskaserne auf dem Peterseberg und bietet der Stadt Erfurt erneut sein Spezialwissen an.

Der Vorstand der Freunde der Citadelle Petersberg mit Magda Barczyk, Norbert Engel und Bernd Könnig (von rechts) setzt sich dafür ein, dass aus der Defensionskaserne (im Hintergrund) ein Landesmuseum wird.

Der Vorstand der Freunde der Citadelle Petersberg mit Magda Barczyk, Norbert Engel und Bernd Könnig (von rechts) setzt sich dafür ein, dass aus der Defensionskaserne (im Hintergrund) ein Landesmuseum wird.

Foto: Holger Wetzel

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Sorgen um die Entwicklung des Petersberges bis zur Bundesgartenschau (Buga) 2021 und darüber hinaus machen sich die „Freunde der Citadelle Petersberg“. Der Verein fordert vom Land ein klares Bekenntnis zum geplanten Landesmuseum in der Defensionskaserne und von der Stadt konzentrierte Anstrengungen, die Buga-Pläne für den Petersberg umzusetzen.

„Der Petersberg bietet mehr als einen tollen Ausblick auf die Erfurter Altstadt“, betont Magda Barczyk vom Vorstand des Vereins. „Bonifatius, Barbarossa – was für eine reiche Geschichte.“

Doch die meisten Erfurter wüssten das schon gar nicht mehr, ergänzt der Schatzmeister Bernd Könnig. Der Verein mit heute 120 Mitgliedern hatte sich 1996 mit dem Ziel gegründet, den „schlafenden Riesen Petersberg“ wieder zu erwecken und seine historische Bedeutung ins Bewusstsein zu rücken.

Der Verein begrüße ausdrücklich die Pläne, ein Landesmuseum in der Defensionskaserne einzurichten, sagt Könnig. „Aber wir fordern konkrete Aussagen vom Land, was wann und wie geschehen soll“, meint er. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) habe sein Wort zu der Entwicklung gegeben. Doch höre man seit einer mit der Stadt Erfurt im Herbst 2017 unterzeichneten Absichtserklärung „verwirrende Aussagen“.

„Über die Museumsplanung gibt es nichts Konkretes“, sagt Könnig. Auch in den Haushaltsentwürfen des Landes und in den Plänen für künftige Ausgaben sei die Absichtserklärung nicht finanziell untersetzt.

Die Defensionskaserne könne der Anziehungspunkt werden, der dem Petersberg derzeit noch fehle. „Aber es muss etwas passieren“, meint Könnig. Der Verein fordere auch die Stadtpolitik auf, konkrete Pläne vom Land schärfer einzufordern.

Auch die Stadt müsse mehr tun, um ihre eigenen Pläne für das Buga-Jahr rechtzeitig umzusetzen, findet der Vereins-Vorstand. Die drei Vertreter wundern sich zum Beispiel, dass der Verein in die Planung für das Kommandantenhaus bislang nicht einbezogen wurde.

Das Kommandantenhaus soll umgebaut werden und dabei neben dem Besucherzentrum eine Ausstellung zur Geschichte des Petersberges beherbergen. Aber noch gebe es keine Ausschreibung für die Ausstellung.

„Die Stadt wäre gut beraten, in der Vorbereitung alles an Fachwissen auszuschöpfen, was vorhanden ist“, sagt Vereinschef Norbert Engel. „Die Epoche der Citadelle ist unser Spezialgebiet.“ Die Stadt habe den Verein einst tatsächlich gebeten, als Berater tätig zu werden. „Doch seitdem herrscht Schweigen“, erzählt Engel.

Die Ingenieure würden die Ausstellung sicher gut planen, meint auch Magda Barczyk. „Aber woher bekommen sie das nötige Spezialwissen?“, fragt sie. Die Zeit sei so knapp, dass ein Katalog zur Ausstellung bis 2021 vermutlich nicht mehr fertig gestellt werden könne.

Die Freunde der Citadelle hatten die Idee, den Petersberg als Buga-Schwerpunkt zu ernennen, von Anfang an begrüßt. Bereits vor drei Jahren brachten sie sich mit einem Vorschlagskatalog in die Ideensuche ein.

Davon sei die Idee eines Barockgartens zwar übernommen worden. Doch statt eines dauerhaften Gartens am historischen Ort sei daraus eine Miniaturausgabe geworden, die temporär im Buga-Jahr an einem „historisch ungeeigneten Ort“ angelegt werden soll, sagt Norbert Engel. „Der Gedanke, die historischen Bezüge kenntlich zu machen und alles andere, was wir vorgeschlagen haben, wurde nicht berücksichtigt“, kritisiert der Vereinschef. „Dabei gilt es doch, die Geschichte erlebbar zu machen und zu kommunizieren.“

Das Interesse an der Geschichte und den einmaligen Geschichten vom Petersberg sei in jedem Fall hoch, betont Magda Barczyk: „Unsere monatlichen Vorträge von Experten sind immer sehr gut besucht.“

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