Schulbauprogramm für Erfurt soll nicht eingeschränkt werden

Erfurt.  Das in Erfurt geplante Schulbauprogramm werde unter den geplanten Einschränkungen des Landes Thüringen nicht leiden. Dies teilte die Stadt am Montag mit.

Bevor an einigen Schulen in Erfurt die Sanierungen beginnen können, müssen zuvor die Schülerinnen und Schüler aus den Objekten ausziehen. Symbolfoto

Bevor an einigen Schulen in Erfurt die Sanierungen beginnen können, müssen zuvor die Schülerinnen und Schüler aus den Objekten ausziehen. Symbolfoto

Foto: Stefan Sauer / dpa

So wird Alexander Hilge, Beigeordneter für Bau und Verkehr der Stadt Erfurt, in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus wie folgt zitiert: „Wir müssen den Gürtel insgesamt enger schnallen. Einige Maßnahmen werden wir streichen müssen. Aber wie auch immer der Haushalt sich darstellt, die Schulen dürfen und werden nicht darunter leiden.“

Der Dezernent verweist dabei auf fünf Erfurter Schulen, die in diesem Jahr generalsaniert werden sollen. Der dafür notwendige Umbau in der Grundschule 20 in Gispersleben hat demnach mit dem Auszug der Schülerinnen und Schüler bereits begonnen.

Fünf Erfurter Schulen werden generalsaniert

Die Johannesschule in der Rosa-Luxemburg-Straße soll noch im Sommer fertig sein. Im Anschluss daran sollen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule 34 am Wiesenhügel ausziehen, damit dort die nötigen Umbauarbeiten beginnen können.

Die Jenaplanschule am Nordpark wird nach Angaben der Stadt bis Ende 2021 fertig saniert sein. Begonnen hat auch bereits die geplante energetische Sanierung der Grundschule 28 und der Regelschule 23 am Moskauer Platz. „Das sind die großen Maßnahmen“, so Hilge zusammenfassend.

Hinzu kämen außerdem „zahlreiche kleinere Instandsetzungen, Erweiterungsbauten und Arbeiten an Schulsporthallen.“ Sorgen um das Thema Schulsanierung macht sich der Dezernent der Stadt Erfurt keine: „In der Stadtspitze und bei allen Fraktionen im Stadtrat herrscht Konsens darüber, dass wir bei den Schulen nicht sparen dürfen“. Erfurts Baubeigeordneter zeigt sich darüber hinaus zuversichtlich, dass sich „beim Freistaat in Sachen Schulinvestitionen noch etwas tut“.

Die Sanierungsmaßnahmen beschleunigen sollen auch zwei neue Schul-Ausweichstandorte. Zu den Bauten in der Hermann-Brill-Straße und in der Magdeburger Allee 216 sollen zwei weitere hinzukommen. Laut Hilge werde mit dem Objekt Am Buchenberg bereits ein dritter Ausweichstandort vorbereitet. Ein vierter ist schließlich in der August-Schleicher-Straße schon in Planung.

Für die Schulen in Hochheim und Kerspleben sind die Ausschreibungen wieder online gestellt worden. Das Verfahren war gestoppt worden und musste neu aufgesetzt werden. Ein Ergebnis erhoffe man sich von Seiten der Stadt Erfurt schon im Sommer 2020. Im besten Fall sollen die ersten Arbeiten dafür im Herbst beginnen. „Beide Standorte haben die Erweiterung dringend nötig“, urteilt Hilge. Werden die Ausweichbauten nicht rechtzeitig fertig, werde man auch hier Lösungen finden, kündigte der Dezernent an.

Großbau-Projekt in der Halleschen Straße geplant

Ende des Jahres startet dann auch der Architekturwettbewerb für den Schulneubau in der Halleschen Straße. Hier sollen den Plänen der Stadt Erfurt nach eine Grundschule, ein Gymnasium und eine Schulsporthalle entstehen. Die geplant Fertigstellung erhoffe man sich für das Jahr 2024. „Das ist knapp schaffbar, aber hier darf nichts anbrennen“, schätzte der Dezernent die Situation ein.

Die Vieselbacher Schule ist für Hilge ein „Herzensprojekt“, weil laut ihm hier „die Stadt in der Pflicht steht“. Die vor Ort gegebene Situation bezeichnet er als „nicht mehr tragbar“. Die Ausschreibung für die Anmietung eines Ausweichobjekts ist bereits fertig und soll demnächst veröffentlicht werden. Das vorübergehende Quartier soll demnach am Mühlplatz entstehen. Dabei strebe man „eine Containerlösung an, in die die Schülerinnen und Schüler bereits im kommenden Schuljahr umziehen sollen.“

Auch das Dauerthema Dreifelderhalle für die KGS neben der Südschwimmhalle nimmt wieder Fahrt auf. Hier sollen zunächst die dafür notwendigen Tiefbauarbeiten beginnen.

„Es gibt Pläne für weitere Schulsanierungen, die mit dem Stadtrat diskutiert werden müssen“, blickt Dr. Torben Stefani, Leiter des Amtes für Geoinformation und Bodenordnung, in die Zukunft. Für die Nutzung der Ausweichquartiere werde man die Reihenfolge nach verschiedenen Kriterien festlegen, so Dr. Stefani weiter. Eine Rolle spiele bei den Überlegungen zum Beispiel, welchen Weg die Schüler zum Ausweichobjekt zurücklegen müssen. Außerdem werde bewertet, ob die Art der Schule sich überhaupt für das Zwischenquartier eignet und wie dringend dort der Sanierungsbedarf tatsächlich ist.

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