Fußball-Regionalligisten aus Erfurt und Nordhausen beginnen Saisonvorbereitung

Erfurt/Rottlebero­de  Während der FC Rot-Weiß Erfurt vor einem Umbruch steht, setzt Wacker Nordhausen auf den bewährten Spielerstamm. Am Dienstag standen die ersten Trainingseinheiten auf dem Programm.

Der Erfurter Trainer eingerahmt von den Neuzugängen, von links nach rechts: Marcel Bär, Bogdan Rangelov, Alexander Schmitt, Lucas Surek, Burim Halili, Thomas Brdaric, Hassine Refai, Marc Brasnic und Manuel Konate-Lueken. Foto: Sascha Fromm

Der Erfurter Trainer eingerahmt von den Neuzugängen, von links nach rechts: Marcel Bär, Bogdan Rangelov, Alexander Schmitt, Lucas Surek, Burim Halili, Thomas Brdaric, Hassine Refai, Marc Brasnic und Manuel Konate-Lueken. Foto: Sascha Fromm

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Gegen Ende der ersten Erfurter Trainingseinheit jubelten die Akteure in Grün. Diese besiegten im abschließenden Spiel auf Großfeldtore ihre Gegner ohne Leibchen deutlich und dürfen sich nun über ein Frühstück freuen, welches die unterlegene Auswahl spendieren muss. Das sorgte für grinsende Gesichter auf Seiten der „Grünen“.

Auch ansonsten gab es den einen oder anderen Lacher bei den Rot-Weißen. Bereits 9.30 Uhr hatten die Verantwortlichen zur Zusammenkunft geladen, auf der Trainer Thomas Brdaric die Spieler mit einer abwechslungsreichen Präsentation untereinander vorstellte. Nach den zahlreichen Abgängen und bisher neun Zugängen – nur Tim Heike fehlte – gilt es, als Team schnell zusammenzuwachsen. Die Präsentation ließ sich auch Insolvenzverwalter Volker Reinhardt nicht entgehen, der ebenfalls ein paar Worte an die Mannschaft richtete, bevor es auf den Trainingsplatz im Erfurter Gebreite ging.

Unter den wachsamen Augen von Club-Ikone Hans-Günther „Sakko“ Schröder, der Swen Driesel in sein ehemaliges Amt als Zeugwart einarbeitet, begannen die 25 Akteure zunächst mit einer lockeren Erwärmung und Ballübungen. Zwei Rot-Weiße ließen den Großteil des Trainings indes aus. Während der genesene Kapitän Marcel Kaffenberger seine Runden drehte, war Neuzugang Bogdan Rangelov (Babelsberg) zum Zuschauen gezwungen. Ihn bremsen Knieprobleme. Zeitnah soll eine Untersuchung Klarheit bringen, wie schwer die Verletzung ist.

Unter den anwesenden Akteuren weilten mit Ali Abu-Alfa (Borussia Mönchengladbach U23) und Jannes Werner (Union Berlin U19) auch zwei Testspieler. Der 19-jährige Mittelfeldmann Abu-Alfa zeigte im Abschlussspiel gute Ansätze und erzielte auch ein Tor. Angreifer Werner, ebenfalls 19 Jahre alt und zuletzt in der U-19-Bundesliga aktiv, gab sich noch etwas zurückhaltend. „Sie werden die Woche bei uns mittrainieren. Dann entscheiden wir, ob es passt und ob sie die Fähigkeit haben, uns weiterzuhelfen“, sagt Brdaric zum Duo.

Am heutigen Mittwoch geht es mit einem Ausdauertest weiter. Die Mannschaft wird in Gruppen eingeteilt, die sich untersuchen lassen. „Wir wollen die Werte kontrollieren und schauen, wie die Regenerationsfähigkeit ist“, sagt Brdaric.

Die insgesamt noch eher lockere Woche beinhaltet außerdem einen Sprinttest am Freitag, dem ein öffentliches Training (15 Uhr) folgt. Am Sonntag steht beim Kreisligisten Niederzimmern im Weimarer Land das erste Testspiel an (15 Uhr).

Während die Rot-Weißen einen personellen Umbruch bewältigen müssen, zählt Wacker Nordhausen zu den Aufstiegsaspiranten. Doch unter Druck will sich bei den Südharzern keiner setzen lassen. „Wir wollen in den nächsten zwei Jahren nach oben. Das ist unser sportliches Ziel, mit dem wir die Modernisierung unseres Stadions bis 2021 quasi begleiten wollen“, so Trainer Heiko Scholz beim traditionellen Trainingsauftakt mit Laktattest in Rottleberode. Man wolle sich als Team möglichst schnell weiterentwickeln und einen Spitzenplatz belegen, sagte Scholz, der die Wacker-Elf im Januar übernahm und auf Platz drei in der Liga und zum Thüringer Pokalsieg führte.

Dabei setzt der Ex-Nationalspieler und sein Trainerteam auf die eingespielte Truppe. „Wir sind froh, dass kein großer Umbau nötig ist und wir 16, 17 Spieler behalten werden. Wir wollen uns dazu mit Talenten und erfahrenen Spielern verstärken“, so Scholz. Beim Trainingsauftakt erstmals dabei waren Rückkehrer Philipp Blume als Innenverteidiger und Torwart Fabian Guderitz – beide kamen aus Halberstadt – sowie der Mainzer U-19-Kapitän Daniel Haritonov.

„Er ist ein Talent, dass uns auf der rechten Mittelfeldseite helfen kann“, erklärte Scholz. Kurz vor der Unterschrift steht zudem der US-Amerikaner Lucas Staufer. Der rechte Außenverteidiger von RB New York II hielt beim Lauftest als einziger im ersten Block bis zur letzten Runde durch. Aus dem eigenen Nachwuchs werden zudem mit Kirchner, Schneider, Gümpel und Dörnte vier Oberligaspieler an der sechswöchigen Vorbereitung teilnehmen. Um ein Jahr verlängert wurde auch der Vertrag mit Mounir Chaftar.

Wer auf einen Topspieler für das zentrale Mittelfeld bei Wacker wartet, den bittet Scholz noch um Geduld. „Der Markt ist in Bewegung. Wir werden noch zwei Spieler mit Top-Niveau holen“, erklärte Scholz den Poker bei den Transfers. In die Saison gehen wird der 53-jährige gebürtige Görlitzer mit 21 bis 22 Feldspielern und drei Torhütern.

„Der Rest wird der Oberliga-Mannschaft helfen, die wichtig ist für uns. Wobei die Türen in beide Richtungen immer offen bleiben. Doch wer bei uns weg will, unzufrieden ist, dem legen wir auch keine Steine in den Weg“, erklärte Scholz.

Gestern herrschte jedenfalls prima Stimmung nach der Rückkehr aus dem Urlaub. Der schon lange in Mühlhausen lebende Nils Pichinot hatte in Österreich den Off-Road-Kinderwagen öfter die Berge hochgeschoben. „Eine gute Vorbereitung auf den Laktattest“, lachte er vor der schweißtreibenden Einheit. Der Vertrag des 30-Jährigen Stürmers wurde noch einmal um zwei Jahre verlängert. „Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn ich will in der Region meine Karriere irgendwann auch beenden“, so der „treue Nils“, der seit fünf Jahren bei Wacker spielt und ein Leistungsträger ist.

Auch Joy-Lance Mickels ist meist unverzichtbar. Der umworbene Stürmer wechselt zur neuen Saison seine Rückennummer. „Ich bin dann die 10“, will Mickels sich nicht nur optisch erneuern, sondern vor allem auch noch mehr Tore schießen.

Der Sportliche Leiter Tino Berbig gab gestern auch das Programm der Vorbereitungsspiele bis zum Saisonstart am 27./28. Juli bekannt. „Wir haben auch ein paar Gegner gesucht, die sich hinten reinstellen. Darauf müssen wir in der Liga vorbereitet sein“, sagte der Ex-Torwart. Am kommenden Sonntag geht es zu Kreisligist Heyerode (14 Uhr). Am 27. Juni (18 Uhr) wartet dann der Knaller gegen Dynamo Dresden in Grimma. Es folgt am 29. Juni ein Test gegen einen noch ungenannten Regionalliga-Verein. „Die Gespräche dazu laufen noch“, so Berbig.

Daran schließt sich das Trainingslager in Heiligenstadt (1. bis 7. Juli) an. Darin eingebettet ist ein Ausflug zum Kreisoberligisten National Auleben am 3. Juli (19 Uhr) zur 1200-Jahr-Feier des Dorfes bei Nordhausen.

Am 7. Juli (14 Uhr) spielt Wacker in Römhild gegen Regionalligist 1. FC Nürnberg II. „Wir treffen uns da auf halber Strecke“, so Berbig. Am 13. Juli spielt Wacker ab 14 Uhr im Albert-Kuntz-Sportpark gegen Hessenligist Hessen Kassel, dann wartet in Ellrich eine Partie gegen eine Auswahl des Landkreises zugunsten der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr. Am 20. Juli (15 Uhr) ist der letzte Test in der Vorbereitung gegen Regionalligist Hannover 96 II an der Leine oder in Nordhausen geplant.

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