Gespinstmotten vermehrt in Thüringen gesichtet

Die dicken weiß-silbernen Netze, die derzeit ganze Bäume oder Büsche in Thüringen bedecken, werden von sogenannten Gespinstmotten verursacht.

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Silbrig glänzende Schleier, gruselige spinnennetzartige Pflanzenberge und dicke gelbe Raupen sorgen derzeit in Erfurt und Thüringen für viele Fragen. „Weiß jemand von euch zufällig, was das für ein Insekt ist? Und ob das irgendwie giftig ist“, kann man in lokalen Facebook-Gruppen lesen. Teilweise wird vermutet, dass es sich um giftige Eichenprozessionsspinner handelt. Doch dem ist glücklicherweise nicht so.

Die dicken weiß-silbernen Netze, die ganze Bäume oder Büsche bedecken, werden von sogenannten Gespinstmotten verursacht. Die kleinen Tierchen sind derzeit sehr aktiv und treten laut Nabu Thüringen zumeist im späten Frühjahr auf. „Sie fressen Blätter an Bäumen und Sträuchern und überziehen Stämme, Äste und Zweige mit einem weißlichen Gespinst“, erklärt Nabu-Sprecher Jürgen Ehrhardt auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Klimawandel sorgt dafür, dass die Gespinstmotten immer häufiger in Massen auftreten, da die Falter eine trockene und warme Witterung bevorzugen.

Gespinstmotten in Thüringen nicht mit Gift bekämpfen

Befallen werden zum Beispiel Traubenkirsche, Weißdorn, Schlehe, Pfaffenhütchen, Pappeln und Weiden. Die Gehölze überstehen das laut Erhardt meist unbeschadet. Zwar werden die betroffenen Pflanzen komplett abgefressen, doch diese „treiben noch im gleichen Jahr des Befalls wieder aus.“

Davon Gespinstmotten mit Gift zu bekämpfen, rät der Nabu-Sprecher ab, weil von den Insektengiften auch die natürlichen Feinde der Motten betroffen wären. Zudem weißt Erhardt eindringlich darauf hin, dass von den Raupen für Mensch und Tier keine Gefahr ausgehe. Spätestens Anfang Juli ist der Spuk wieder vorbei. Dann schlüpfen die zumeist weißen, schwarz gepunkteten Falter und dienen als leckerer Snack für die heimischen Vogelarten.

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