Guildo Horn mit Gastrolle in der Kika-Serie „Schloss Einstein“

Erfurt  Der bekannte Entertainer drehte am Mittwoch im Stadtarchiv die 855. Folge der Kinderkanal-Serie Schloss Einstein.

Guildo Horn hat eine Gastrolle als Archivar in Schloss Einstein, hier mit den Einsteiner Pippi (Marie Borchardt) und David (David Meier). Foto: Marco Schmidt

Guildo Horn hat eine Gastrolle als Archivar in Schloss Einstein, hier mit den Einsteiner Pippi (Marie Borchardt) und David (David Meier). Foto: Marco Schmidt

Foto: zgt

Nussecken hat er keine probiert, nur eine Pizza beim Italiener. Seit Dienstagabend weilte Guildo Horn in Erfurt, eine Stadt, die ihm nicht gänzlich unbekannt ist. Für Auftritte mit seinen „Orthopädischen Strümpfen“ war er hier zu Gast, gestern verbrachte er den gesamten Tag im Stadtarchiv.

Doch nicht Recherchezwecke führten ihn dorthin, sondern seine Rolle als unheimlicher Archivar in der berühmten und beliebten Kinder- und Jugendserie „Schloss Einstein“. In der 855. Folge der 19. Staffel, die ab Februar 2016 ausgestrahlt wird, gehen die beiden Einsteiner Pippi (gespielt von Marie Borchardt) und David (gespielt von David Meier) der Spur einer mysteriösen alten Fotografie nach. Diese hatten sie auf dem Dachboden ihres Internats gefunden. Sie suchen nach Antworten, unter anderem in einem gruselig anmutenden Archiv.

Antje Bauer, die Leiterin des Stadtarchivs war zunächst kritisch. „Unser Archiv ist nicht alt, nicht mit Spinnenfäden durchzogen und nicht dunkel“, sagt sie. Doch in der Serie solle es nun mal so wirken. Mit viel Lichttechnik und Requisite verwandelte das Drehteam das Zeitungsmagazin in ein unheimliches Archiv. „Und dann mich noch dazu, da war die Stimmung perfekt“, sagt Guildo Horn lachend. Es ist Drehpause und der Sänger und Entertainer geht die Treppe vor dem Archiv hinunter. Eine gestreifte Hose in Dunkelblau, ein großkariertes Jackett, ein weißes Hemd. „Der Anzug ist mir eigentlich noch zu zahm, aber über die Kleidung entscheide nicht ich.“

Der 52-Jährige schlendert zu den Stufen hinter der Krämerbrücke, Passanten erkennen ihn, fotografieren. Er kommt ins Plaudern. Als er nach den Nussecken gefragt wird, meint er, dass man seine eigenen Klischees leben sollte und die Frage, die eigentlich immer gestellt werde, ihn nie nerve. Seine Rolle als Archivar sei keine große, „sie ist eher leichte Kost“. Wird es schwieriger und gibt es mehr zu sprechen, lernt er meist im Auto. Darin verbringe er so viel Zeit, dass er sich das zu Sprechende aufzeichne und dann immer wieder anhöre. „Ich bin auch ein großer Freund vom Wortradio.“

Guildo Horn redet, wie es ihm passt, mal können die Antworten ernst genommen werden, oft nicht. Es ist eine Show, er ist die Show, und doch ist es entspannt.

Es ist sein erster Auftritt bei Schloss Einstein. Die Arbeit mit Kindern ist ihm allerdings nicht fremd. Der studierte Diplom-Pädagoge arbeitete beispielsweise lange Zeit als Musiktherapeut mit behinderten Kindern.

Kinder mögen es gruselig

Als Archivar ist es seine erste Rolle. „Ich bin eine Archivjungfrau“, sagt er. Die echte Expertin hat er gestern nicht getroffen, „hätte er mich gefragt, wie es eigentlich im Archiv abläuft, hätte ich es ihm natürlich gern erklärt“, meint Antje Bauer. Sie und ihr Team werden in der Serie nicht zu sehen sein, zwischen den Drehpausen durften sie ins Zeitungsmagazin, um Medien für Nutzer herauszuholen.

„Es war eine angenehme Zusammenarbeit, eine tolle Truppe“, berichtet sie nach dem Drehtag.

Warum hat sich der Kinderkanal ausgerechnet für Guildo Horn als Archivar entschieden? „Er hat eine Affinität zu schrulligen Rollen“, sagt Astrid Plenk, verantwortliche Redakteurin beim MDR. Ihre Kollegin, Christa Streiber, habe bereits mit Guido Horn das ARD-Weihnachtsmärchen gedreht, dort spielte er einen Buttler, auch eher eine antiquierte Rolle.

Hauptsache ein bisschen gruselig, das mögen die Kinder, berichtet der Schauspieler. „Also ich hätte mir ja bei Harry Potter in die Hosen gemacht.“ Er blickt zur Krämerbrücke, bedauert, dass er am Abend die Stadt wieder verlassen wird. „Morgen habe ich Kinderdienst, da muss ich nach Hause.“ Der große Sohn ist 20, die Tochter ist vier. Mit ihr schaut er Sandmann, das ist Pflicht, immer, wenn er zu Hause ist. „Und abends, im Hotel, schaue ich ihn auch . . .“ Da ist er wieder, der Entertainer, bei dem Show und Authentizität ineinander fließen. Er läuft zurück zum Stadtarchiv, die nächste Szene wird gedreht. „Heute ist Nudeltag“, freut er sich auf die Mittagspause. Wer Pizza mag, mag Nudeln. Und Nussecken . . .

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