Hängepartie um die Zukunft des FC Rot-Weiß Erfurt geht weiter

Erfurt.  In letzter Sekunde ist die Präsentation eines Investors gescheitert. Aber es wird weiter verhandelt.

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt verhandelt immer noch mit einem Investor (Archivfoto).

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt verhandelt immer noch mit einem Investor (Archivfoto).

Foto: Sascha Fromm

Die Hängepartie um die Zukunft des FC Rot-Weiß Erfurt geht weiter. Die für heute Mittag angesetzte Pressekonferenz wurde soeben abgesagt.

Geplant war, dass der Insolvenzverwalter Volker Reinhardt heute Mittag darüber informiert, wie es mit dem Verein weitergeht. Wie unsere Zeitung erfuhr, wollen sich Verein und ein möglicher Investor mit Reinhardt allerdings noch einmal zu dritt an einen Tisch setzen, um eine gemeinsame Lösung zu erzielen, damit die Zukunft des einstigen Regionalligisten dauerhaft gesichert ist.

Reike Meyer, seit wenigen Wochen der neue Chef des Aufsichtsrates, äußerte sich auf Anfrage dieser Zeitung nicht zur aktuellen Situation. Er wolle die laufenden Verhandlungen nicht gefährden.

„Auf Wunsch des Vereins FC Rot-Weiß Erfurt und seiner Vereinsgremien wird die für heute 13 Uhr geplante Pressekonferenz zu aktuellen Entwicklungen im Insolvenzverfahren FC Rot-Weiß Erfurt verschoben. Aktuell verhandelt der Verein noch letzte Details zu weichenstellenden Vereinbarungen“, ließ Reinhardt mitteilen.

Nach der Absage der Pressekonferenz und der einmal mehr aufgeschobenen Entscheidung zur Zukunft des Klubs schlugen in den sozialen Medien die Emotionen hoch, die sich gegen Reinhardt richteten. Der FC Rot-Weiß betonte jedoch ausdrücklich, dass es der Wunsch des Vereins war, weiter zu verhandeln. Androhungen von Gewalt, wie es sie gegeben hat, lehne man entschieden ab und verurteile solche Vorfälle scharf, sagte Aufsichtsratschef Meyer.

Längst drängt die Zeit. Schon in drei Wochen startet die Oberliga Süd. In der fünften Liga würde der Neustart des FC Rot-Weiß beginnen, nachdem sich der Verein im Januar aus jener Spielklasse abmeldete und damit als Absteiger feststand.

In den vergangenen Wochen verhandelten Insolvenzverwalter und Verein über die Freigabe der Oberliga-Spielrechte, der Nachwuchsabteilung und der Geschäftsstelle aus dem Insolvenzverfahren, um wieder eigenständig die Geschicke des FC Rot-Weiß leiten zu können.

Ohne Einigung jedoch können weder Spielerverträge abgeschlossen noch ein neuer Trainer verpflichtet werden. Gelingt mit einem Investor keine Einigung, könnten erste Mannschaft und Nachwuchs per Freigabevertrag aus dem Insolvenzverfahren zurück an den Verein gehen. Dann aber wird es schwierig, die komplette Oberliga-Saison zu finanzieren.

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