Hitler im Vogelkäfig sorgt für Debatte

Ein kleiner Adolf Hitler in Uniform, der grüßend in einem Vogelkäfig eingesperrt ist. Die provokante Plastik des Weimarer Bauhaus-Studenten Sebastian Hertrich werden die Gäste der Ausstellungseröffnung am Donnerstag auf dem Fraktionsflur der Grünen im Landtag nicht gleich sehen. Das Kunstwerk steht in einem Beratungsraum.

Nur in einem Zimmer darf Sebastian Hertrich sein Kunstprojekt "Your Brown Cage" - einen Käfig mit Hitlerfigur - im Landtag zeigen. Foto: Sascha Fromm

Foto: zgt

Erfurt. "Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Historie", erzählt Sebastian Hertrich, der im 7. Semester Freie Kunst an der Bauhaus Universität studiert. "Deutschland trage mit seiner Vergangenheit eine ganz besondere Verantwortung. Das symbolisiere der kleine Hitler im Käfig. Denn jeder ist selber dafür verantwortlich, ob der Käfig geschlossen bleibt oder geöffnet wird", sagt Hertrich und erklärt noch, dass seine Installation vor dem Bekanntwerden der rechtsextremen Mordserie entstanden sei.

Auch die Landtagsverwaltung beschäftigte gestern das Kunstwerk. Die Präsidentin müsse Ausstellungen auf den Fluren des Parlaments genehmigen, wenn diese politische Inhalte ausdrücken, sagte Parlamentssprecher Detlef Baer. Nach einem Gespräch sei entschieden worden, das Kunstwerk in einem der Parlamentsräume der Grünen, nicht aber auf dem Flur auszustellen.

Grünen-Fraktionschefin Anja Siegesmund sieht in dieser Form der Präsentation kein Problem. "Wir haben die Ausstellung der Bauhauskünstler gesehen und nachgefragt, ob sie ihre Werke auch im Landtag zeigen wollen", erzählt die Politikern. Eines der Anliegen ihrer Fraktion sei gewesen, Neugier zu wecken.

Es gebe weitere Interessante Exponate, die gezeigt würden: Großflächige Bilder genauso, wie Grafiken und Skulpturen, aber auch noch weitere Installationen. So soll ein roter Penis auf einem blauen Seidenkissen auch zum Nachdenken über die demografische Entwicklung im Freistaat anregen.

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