„Ich weiß, wie viel die Musik zu schenken hat“

Erfurt  Share Value Stiftung unterstützt in Erfurt Projekt der Heyge-Stiftung mit 19.900 Euro

Lorna Heyge führt die Kinder behutsam an die Musik heran.

Lorna Heyge führt die Kinder behutsam an die Musik heran.

Foto: Marco Schmidt

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Sie tippen sich an den Arm, an das Bein, drehen sich im Kreis. Und sie lachen. Wie viel Freude Musik bereiten kann, zeigen gestern einige Kinder der Einrichtung „Kinderland am Zoo“. Lorna Heyge leitet sie an. Sie ist nicht nur leidenschaftliche Musikerin, sondern auch oder vor allem Vorsitzende der Heyge-Stiftung. Diese wurde 2013 gegründet, um benachteiligte Menschen, insbesondere Kinder und Senioren, mit musikpädagogischen Mitteln zu unterstützen.

Am nunmehr vierten Turnus des Weimarer Mentoring-Programms nehmen insgesamt 12 neue Kindergärten teil, zwei davon aus Erfurt – der Pergamenterkindergarten und die Einrichtung am Zoo. Seit Mitte September kommt Mentorin Barbara Cramm in die Kita, um mit jeder der sieben Gruppen jeweils 30 Minuten zweimal pro Woche zu musizieren.

Durch das Weimarer Mentoring-Programm erfahren die Erzieher, wie sie selbst solche 30 Minuten gemeinsamen Musizierens gestalten. Zudem bekommt die Kita über das Programm Klanghölzer, Glockenstäbe und Tücher.

Finanzielle Unterstützung erfährt das Projekt in der Erfurter Kita durch die Share Value Stiftung. Sie beteiligt sich mit 19.900 Euro an den Programmkosten und ermöglicht damit die Teilnahme der Einrichtung. Alle Kinder und das gesamte Team bekommen die Chance, einfache und natürliche Formen des gemeinsamen Musizierens wieder beziehungsweise neu kennenzulernen und in den Alltag einfließen zu lassen. „Uns liegt es am Herzen, Werte zu teilen“, sagt Oberkirchenrat Stefan Große vom Stiftungsrat. „Finanzielle Werte und innere Werte, so wie sie unser Stiftungsgründer Günter Weispfenning in der Satzung festgeschrieben hat.“ Die kirchliche Stiftung legt ihr Vermögen ausschließlich in Aktien an und konnte die jährliche gesamte Fördersumme auf mittlerweile 1,1 Millionen Euro steigern. Dass das Programm an einer Schwerpunkteinrichtung, wie Doris Schwiefert vom Jugendamt sagt, durchgeführt wird, findet in dem Amt großen Zuspruch. Dort, wo sich eben nicht jede Familie Musikschulunterricht leisten kann, dort, wo Musik nicht unbedingt in den Familien eine Rolle spielt – dort bekommt Musik in der Kita einen solch hohen Stellenwert.

„Alle Kinder können, ungeachtet ihrer Herkunft und der sozialen Verhältnisse, praktischen Nutzen aus der musikalischen Entwicklungsförderung ziehen“, sagt Lorna Heyge. Der Liedtanz, den die Kinder mit ihr vorführen, verdeutlicht: hier öffnen sich auch Kinder, die sonst nie vor fremden Menschen sprechen oder gar singen würden. Die Musik bietet einen Zugang zu ihnen. „Ich weiß, wie viel die Musik zu schenken hat“, sagt Lorna Heyge und schaut in strahlende Kinderaugen.

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