Im Bergkreis aufgefädelt wie eine Perlenkette

Gottstedt.  Ein Radweg verbindet alle sieben Bergkreis-Kirchen und führt weiter zum Nessetal-Radweg. Vor den Kirchen stehen jetzt Informationstafeln.

Eine Förderplakette überreichte  Marie-Luise Will von der Thüringer Landgesellschaft (v.l.n.r.) an Peter Schwarzbach vom Gottstedter Förderverein, Klaus Wiegand vom Kirchengemeinderat und Jan Donnerberg von gestaltenden Agentur. Sie wurde am Radständer angeschraubt.

Eine Förderplakette überreichte Marie-Luise Will von der Thüringer Landgesellschaft (v.l.n.r.) an Peter Schwarzbach vom Gottstedter Förderverein, Klaus Wiegand vom Kirchengemeinderat und Jan Donnerberg von gestaltenden Agentur. Sie wurde am Radständer angeschraubt.

Foto: Lydia Werner

Aus robuster und umweltzertifizierter Eiche sind die Sitzbank, der Ständer für die Fahrräder und die Halterung für die große Informationstafel angefertigt. Auf der Grünfläche, dort wo sich in Gottstedt die Kleine Dorfstraße und die Frienstedter Landstraße kreuzen, lädt das neue Ensemble mit Blick auf die kleine und feine Trutzkirche St. Georg zum Rasten ein.

Auf dem Kirchen-Radweg „möbliert“ und beschildert bis zum Nessetal-Radweg

Im Laufe dieser Woche erhalten alle sieben Kirchen am Bergkreis-Kirchen-Radweg die gleiche Ausstattung vor ihrer Tür. Die erste Informationstafel komplettierten Tischlermeister Matthias Raub und Mitarbeiter Aimuddin Temori von der Erfurter Tischlerei Knauf vor der Gottstedter Kirche.

Mehr als 31.000 Euro kostete die „Möblierung“ und Beschilderung des Radwegs, der die Bergkreis-Kirchen verbindet. Gestemmt wurde das mit vereinten Kräften vom Pfarrbereich Bindersleben-Frien-stedt, vom Förderverein der St.-Georg-Kirche Gottstedt, der die ganze Sache ins Laufen brachte, vom Kreiskirchenamt und von der Thüringer Landgesellschaft, die in diesem Fall über das Leader-Förderprogramm europäische Mittel zur Gestaltung im ländlichen Raum beiträgt. Knapp 16.600 Euro konnten aus diesem Topf fließen.

Erste Informationstafel in Gottstedt aufgebaut – Faltblätter folgen im Frühjahr

Als die erste Informationstafel mit dem eigens für den Bergkreis-Kirchen-Radweg entworfenem Logo eingepasst wurde, hatten sich Vertreter der Initiatoren und Organisatoren versammelt. „Das gleiche Logo wie am oberen Rand der Vorderseite findet sich auf allen Tafeln“, erklärt Klaus Wiegand,der Vorsitzende des Gottstedter Kirchengemeinderats.

Den Kirchen-Radweg gibt es offiziell seit Mitte November. Und mit den installierten Tafeln, Bänken und Fahrradständern wird das jetzt auch nach außen deutlich. Bauliche Voraussetzungen mussten allerdings nicht mehr geschaffen werden. Den die Radwege von Bindersleben über Alach nach Gottstedt, Frienstedt, Ermstedt und Zimmernsupra bis nach Nottleben existierten schon.

„Aufgefädelt wie eine Perlenkette finden sich die schmucken Dorfkirchen im Bergkreis, aber wer besucht sie schon, wenn er eigentlich mit dem Rad unterwegs ist“, sagte Jan Donnerberg von der Erfurter Agentur „donner+friends“, die für die Gestaltung verantwortlich zeichnet. Mit den angebotenen Plätzen zur Rast werden vielleicht mehr Menschen neugierig, hofft er. Viel Material für die insgesamt acht Informationstafeln hat er im Vorfeld über die sieben Kirchen gesammelt. Längst nicht alles ließ sich direkt auf den Flächen unterbringen.

Mit dem aufgedruckten Wissen alle Generationen ansprechen

Die Informationen auf der Vorder- und der Rückseite der Tafeln sollen alle Generationen ansprechen. Kinder haben sogar ein kleines Logo zu entdecken. Smartphone-Nutzer können einen aufgedruckten QR-Code für weitergehende Entdeckungen verwenden. Zudem ist an jeder der Tafeln ein durchsichtiger Plastikhalter für Faltblätter angebracht. Den will die Agentur mit Flyern zum Mitnehmen bestücken, auf denen auch Raum für Veranstaltungen ist. „Das ist ein Bonus, den wir zu diesem Auftrag dazugeben“, erklärt Jan Donnerberg. Weil es mit Veranstaltungen in Corona-Zeiten etwas mau ist, sollen die ersten Faltblätter wahrscheinlich im Frühjahr gedruckt und verteilt werden.

An der St.-Georg-Kirche in Gottstedt machen Gruppen des ADFC schon seit längerem Zwischenstopps. Das hat Klaus Wiegend beobachtet, der direkt neben der kleinen Kirche wohnt und regelmäßig über deren Sanierungsetappen unterrichtet. Wenn sie das nächste Mal durch Gottstedt radeln, werden sie also mehr über die Kirche am Weg erfahren.