In Hochheim nun doppelt so viel Platz für Kinder

Hochheim  Neubau des katholischen Kindergartens „St. Elisabeth“ und „St. Bonifatius“ feierlich eingeweiht

Der Kindergarten Hochheim passt gut in das Ortsbild, weist aber moderne Elemente auf 

Der Kindergarten Hochheim passt gut in das Ortsbild, weist aber moderne Elemente auf 

Foto: Casjen Carl

Aus der Pfarrkirche „St. Bonifatius“ klingt noch Gesang vom Gottesdienst, da ballern zwei Jungs mit einem Lederball auf die Torwand.

Mit einer gewissen Ungeduld ist sicher auch die Einweihung des neuen katholischen Kindergartens „St. Elisabeth“ und „St. Bonifatius“ erwartet worden. Obwohl der Bau zügig und planmäßig über die Bühne ging. Im Juli 2018 war offizieller Baustart, nun – an diesem Spätsommer-Sonntag – ist Einweihung und Segnung des Neubaus.

Pfarrer Gert Schellhorn ist die Freude darüber ins Gesicht geschrieben, als er die Gäste begrüßt. Er findet aber zunächst Dankesworte an die Spender, die in großer Zahl und großzügig das Bauvorhaben unterstützt hatten. Rund 1,85 Millionen Euro sind in den Neubau direkt neben der Kirche geflossen. Wobei die Katholische Kirchengemeinde mit 480.000 Euro einen bedeutenden Anteil leistete. Die Stadt reichte 1,2 Millionen Euro an Fördergeld aus, das Bistum und der Caritasverband steuerten 135.000 Euro bei.

Entstanden ist ein modernes Gebäude mit einem halbrunden (Speise-)Saal, der sich mit großen Fensterflächen zum Freigelände und zur Kirche hin öffnet. Hatte der alte Kindergarten noch Platz für 40 Kinder und davon nur für drei unter drei Jahren, können nun – nach einer kleinen Korrektur nach oben – sogar 90 Kinder hier betreut werden und davon 27 im Alter bis drei Jahren. Daher wurde auch das Personal um Leiterin Theresia Genter aufgestockt.

Die gestrige Einweihung und Segnung des Kindergartens war somit auch ein Fest für den Ortsteil Hochheim. So waren auch die Hochheimer Einwohner gekommen, unter denen auch auffällig viele Politiker(innen) sind. Auch Oberbürgermeister a.D. Manfred Ruge ließ es sich nehmen, unter den Gästen zu sein.

Besonders erfreute es Pfarrer Schellhorn, den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) sowie Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) zu begrüßen. Ramelow sagte, dass ihn besonders die Namenswahl berührte. So kam er mit der Wende aus Marburg erst nach Eisenach und dann nach Erfurt. Und überall spiele die Heilige Elisabeth eine besondere Rolle. Und dazu stehe sie – angesichts ihrer Bedeutung für die evangelischen und katholischen Christen – gleichsam für die Ökumene.

Bodo Ramelow wanderte in seinen Gedanken noch einmal in die Geschichte. Der Geist Fröbels schwebe natürlich über jedem Neubau eines Kindergartens in Thüringen. Der ja jetzt wieder nach Landesbeschluss auch in Thüringen Kindergarten heißt.

Oberbürgermeister Andreas Bausewein erinnerte daran, dass noch bei seinem Amtsantritt nicht daran zu denken gewesen sei, dass Erfurt weitere Kindergärten benötige. Inzwischen seien 107 in Betrieb, zwei weitere im Bau.

Der Grund aber, warum alle an diesem Sonntag zum Kindergarten gekommen waren, war die Segnung des Gebäudes. Vorab verlas Pfarrer Schellhorn ein Schreiben, in dem Papst Franziskus seinen Segen überbrachte. Danach folgte die Zeremonie mit Weihwasser und Weihrauch. Wobei beim Gang durch alle Räume auf den Weihrauch verzichtet wurde. Die Brandmeldeanlage ist natürlich schon scharf.

In den kommenden Tagen erfolgen dann die noch nötigen Arbeiten im Außengelände. Der Spielplatz ist bereits fertig. Das Gelände zur Kirche hin ist bereits moduliert. Selbst einen kleinen Tunnel können die Jungen und Mädchen beim Spielen im Außengelände nutzen.

Ein gemütliches Beisammensein rundete das Programm am Sonntagnachmittag ab.

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